Baby Audio Transit ist ein Multi-Effekt-Plugin, das auf kreative Transitions zwischen Songparts setzt und mit einfachen Automationsmöglichkeiten komplexe Bewegungen schaffen will – ein unkompliziertes FX-Plugin für kreative Übergänge, Drops, Riser und Sweeps, also. Aus der Zusammenarbeit mit dem bekannten Youtuber Andrew Huang entstanden, soll Transit deinen Mix im Nu “dynamische Superkräfte” verleihen! Let´s roll the dice!
Vergleichbares kennt man durchaus. Von Polyverse Supermodal über Murda Melodies und Drip von Kyle Beats bis hin zu DAWsome Love oder den abhsoluten Klassikern des One-Knob-Zauberers Sausage Fattener und Endless Smile von Dada Life.
Hersteller Baby Audio selbst ist uns aber auch kein Unbekannter: Ich selbst habe den Smooth Operator für gut befunden, während meine Kollegen Matthias und Tobias den BA-1, eine Emulation des Yamaha CS01, und die drei Freeware Plugins Magic Switch, Magic Dice und Baby Comeback getestet haben. Die Links wären gesetzt, auf ins Getümmel!
Checkliste zum Kauf von Baby Audio Transit
- Transition-Designer: 64-Bit VST/AAX/AU & 32-Bit VST Plugin
- Transition-Effekte mit wenigen Bedienschritten, einfach Übergänge zwischen Songteilen schaffen
- sieben Effekt-Slots mit 18 verschiedenen Effektmodulen zur Auswahl
- Transition-Control & Motion Sequencer fürr Übergangseffekte
DETAILS
Multi-Effekt
Transit ist ein cleveres Effekt-Plugin von Baby Audio mit 18 integrierten Basiseffekten. Verfügbar für die Formate VST/AU/AAX und in ein schlankes GUI verpackt, liegt der Fokus auf einer einfachen (Makro-)Bedienung für komplexe Fahrten – mit nur einem Regler.
Für dich ausgesucht
Mit nur einer Plugin-Instanz, ohne Stift-Anfassen oder unübersichtliche Automationsorgien zaubert man so aufwendige Transitions und Modulationen in die DAW. Kurz: Transit beschert euch ein schickes Effekt-Gebimmel für Übergänge und gewisse „Hands up in the air“-Momente.
Natürlich muss man die verfügbaren Effekt-Slots nicht gleich maximal voll ballern, damit auch sanfte Bewegungen entstehen können. So gestaltet man statische Sounds subtil spannender und erzeugt flink „Anti-Langeweile“.
Altes Prinzip neu gedacht
Das Konzept kennt man bereits unter dem Begriff Makro. In der Musikproduktion bedeutet das, mit einem Regler viele andere Regler gleichzeitig zu bedienen.
Diese Funktionalität ist Teil fast jeder DAW, mal mehr oder minder umständlich gelöst. Bei vielen verschiedenen Effekte kann es außerdem schnell unübersichtlich werden. Nutzer von Live, Bitwig, Max/MSP, Massiv oder Reaktor wissen sicherlich, was ich meine. Was ist hier also anders?
Cleveres Bedienkonzept
Zunächst mal sind die Parameter aller geladenen Effekte gleichzeitig sichtbar und mit wenigen Klicks bedient. Meist gibt es ohnehin nur vier Parameter pro Effekt – keine Tabs, keine Unterseiten.
Die gelben Punkte in der Mitte eines jeden Moduls verraten, ob Parameter Makro-steuerbar sind und schalten sie zwischen dem statischen und dynamischen Verhalten um.
Die Regler haben dann einen Ring, der den Parameterwert verrät. Bei Transit kann man nun zusätzlich einen Start- und einen Endpunkt definieren. Mit dem omnipräsenten Transition-Parameter fährt man anschließend zwischen den Punkten hin und her, und zwar bei allen entsprechend „dynamischen“ FX-Parametern gleichzeitig.
Vor- und Rückwärtsbewegungen sind genauso möglich, wie sich auch die Steigung innerhalb der Parameter definieren lässt; durch die Curves in der Mitte eines Parameter. Mit Klicken und Ziehen kann man zwischen exponentiell, linear oder logarithmisch wechseln.
Sync-Mode
Neben dem großen, einfachen Transition-Regler gibt es alternativ eine Art Mini-Sequenzer bzw. LFO. Über ihn aktiviert man den allmächtigen Transition-Befehl „DAW-Synchron“. Das funktioniert einmalig oder im Loop, der Einsatz im Sync ist vergleichbar mit der Ableton Live Launch-Quantisierung.
Der Zyklus kann dabei von 1/16 bis 16 Bars laufen. Warum man das nun mit zwei verschiedenen Reglern realisieren musste, leuchtet nicht ganz ein. Pausen bzw. Aussetzer scheinen nicht möglich. Und automatisieren kann man den Start- und den Stop-Knopf in der DAW auch nicht richtig. Vor- und Rückwärtslauf sowie Einzel-Trigger führt Transit hingegen aus.
Sieben Module mit 18 Effekten
In jedes Modul kann man jeweils einen Effekt laden. Dazu gehören Basics wie Auto-Pan, Bitcrusher, Chorus, Delay, Distortion, Filter 12/24, Flanger, Phaser, Reverb, Pitch Shift, Spread, Tremolo sowie ein Utility mit einfachem Tilt-EQ, Pan und Volume.
Klangerzeuger in Form von Noise und OSC gibt es ebenfalls – genauso wie einen Pump-Effekt und OTT, einen Multi-Band-Compressor, der auf das brutale OTT Preset aus Ableton Live anspielt. Einen Effekt mehrfach zu laden, funktioniert allerdings nicht.
Alle Module kann man verschieben, deaktivieren und randomizen. Das Signal fließt dabei von oben links nach unten rechts, ein Globales Dry-Wet gibt es ebenfalls. Der Klick auf Andrew Huang erzeugt den Bypass. Ein FX-Panic-Kill gibt e außerdem.
Was gibt es noch?
Gobales Randomize hilft bei Einfallslosigkeit, der Randomize Lock schließt Parameter vom Gewürfel aus. Ein Dark- und ein Light-Mode sorgen für entspanntes Arbeiten bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen oder Präferenzen. Hinzu kommen übergreifende Presets, die alle Module definieren, sowie Einzel-Presets für jeden Effekt selbst. Ihr merkt schon, alles gut durchdacht und dabei flink bedient.
Das Grundprinzip hat man dank der schnellen, integrierten Quick Start Tour sofort verstanden und kann daher direkt damit beginnen, fette Effektwolken in den Äther zu zwirbeln. Und genau das habe ich getan, wobei ich schnell festgestellt habe, dass Transit vor allem ein sehr interessanter Send-Effekt ist, der subtil eingesetzt, jede Menge Action bringt.
FAZIT – Baby Audio Transit Test
Das Prinzip von Transit ist schnell klar: viele Effekte auf einmal mit einem einzigen Regler bedienen. Effektfahrten gibt es dabei auch mit BPM-Sync oder einer einfach gemalten Automation. Ableton-LFO dran und dann richtig Abfahrt! Obwohl Transit so verkauft wird, dass es Riser und Transitions zaubert, empfand ich es als cool modulierten Send-Effekt besonders interessant. Teilweise waren die Endpunkt der Parameter recht fummelig mit der Maus zu greifen, was bei der speziellen Ausrichtung des Plugins dann schon auch doof ist. Eine SEQ/Gate-Funktionalität oder gar die fehlende Möglichkeit den Start-Impuls einfacher zu modulieren, lassen hinsichtlich der Detail-Bedienung ebenfalls Luft nach oben. Aber: Man kriegt hier schon wirklich schnell umfangreiche Bewegungen mit den Presets hin, weniger Transitions aber viele tolle Delay-Blubber auf alle Fälle. Ausprobieren!
Features
- Transition-Designer-Plugin
- 200 Presets für den sofortigen Einstieg
- erzeugt komplexe Transition-Effekte mit wenigen Bedienschritten
- für unkomplizierte Transitions zwischen Songteilen, Mixes, Sends uvm.
- Transition-Control oder Motion Sequencer zur Steuerung der Transition
- als Kreativ-Effekt für andere Anwendungen nutzbar
- Farbschemata Hell oder Dunkel zur Auswahl, voll skalierbare Bedienoberfläche
- 18 EFFEKTE
- Auto Pan: Dieses Modul schwenkt automatisch das Stereofeld. Form, Breite und Geschwindigkeit sind einstellbar.
- Bitcrusher: Digitale Zeitmaschine – es reduziert die Genauigkeit, mit der Sounds reproduziert werden, um knusprigen Retro-Vibe zu verleihen. Von subtiler Kante bis vollständige digitale Zerstörung ist Alles mögich.
- Chorus: Subtile Variationen mit Zeit- und Tonhöhenunterschiedegeben dem Chorus die Illusion von mehreren „Stimmen” sowie Tiefe und Fülle
- Delay: Echo mit “Length”-Parameters sowie “Tails”um Delay nach dem Übergang weiterklingen zu lassen. Alternativ wird es mit dem Ende des Übergangs abgeschnitten).
- Distortion: Verschiedene Übertragungskurven ermöglichen es Sound subtil zu formen oder in vollständige Zerstörung zu treiben. Harmonische Fülle h
- Filter 12: Ein einfacher, zweipoliger digitaler Filter, kann bestimmte Frequenzen deines Sounds betonen oder dämpfen. Schaff Raum für Höhen oder schreiende Sweeps
- Filter 24:Filter 12’s großer Bruder mit denselben Steuerelementen, aber einer aggressiveren Filtersteilheit und Klang.
- Flanger: Verzögert eine Signal-Kopie und mischt sie mit dem Originalaudio. Das Ergebnis sind Kammfilter-Effekte für sychedelische Erfahrungen 😉
- Noise: erzeugt weißen Rauschen mit einem digitalen Oszillator, für Build-Ups und EDM-Sweeps
- Osz: Ein Oszillator mit vier Wellenformen: Sinus, Sägezahn, Quadrat und Dreieck. Die Tonhöhensteuerung erfolgt in Noten, sodass Transit zu einem spielbaren Instrument wird.
- OTT: Klassiker. Multiband-Kompressor bringt Details in Audio heraus und verleiht Stabilität.
- Pitch Shift: Dieses Modul verändert die Tonhöhe deines Audios unabhängig von der Wiedergabezeit.
- Pump: Dieses Modul verleiht deinem Audio einen duckenden Effekt, ähnlich wie wenn eine Kickdrum den Bass sidechained.
- Reverb: Reverb erzeugt Raum und Tiefe. Schalte “Tails” ein, um den Reverb-Tail nach dem Übergang weiterklingen zu lassen.
- Spread: Dieses Modul kann das Stereobild deines Sounds erweitern oder verengen.
- Tremolo: Dieses Modul moduliert die Lautstärke deines Sounds in einem rhythmischen Muster.
- Utility: Das Allround-Arbeitspferd mit Gain-, Pan- und Tonreglern.
- PREIS: 59,- EUR (Straßenpreis am 1.12.23)
- einfacher Makro für komplexe Effekte
- bis zu 7 Effekten gleichzeitig – mit nur einem Parameter
- LFO für DAW-synchrone Loops und Pendelbewegung
- 18 Effekte & 200 Presets
- LFO/Gate-Sequenzer wünschenswert
- Multiplier für dynamische Parameter wünschenswert
Max sagt:
#1 - 28.03.2024 um 17:06 Uhr
habe Transit vor kurzem gekauft und es ist ein wirklich cooler Effekt, sehr übersichtlich. Was mir noch fehlt ist allerdings die Automation von Programmwechseln (Logic Pro X). Das würde die Möglichkeiten noch einmal bedeutend erweitern.