Bass Fuzz: Fuzz-Pedale für E-Bass im Vergleich

Verzerrte Basssounds sind seit den 1960er-Jahren ein fester Bestandteil der Rockgeschichte. Ein Verzerrer-Pedal – egal, ob Overdrive, Distortion oder Fuzz – ist für viele Player der erste Effekt, der gekauft wird. In diesem Artikel steht das Bass Fuzz im Fokus. Im Vordergrund steht ein Vergleich zwischen den beiden Klassikern Electro Harmonix Bass Big Muff und Darkglass DFZ Duality Fuzz sowie dem Szene-Neuling Bass War von Death By Audio. Auf diese Weise kann sich jeder selbst ein Bild machen, wo die Unterschiede zwischen den einzelnen Effektgeräten liegen. Natürlich werfen wir aber auch einen kurzen Blick darauf, was genau ein Fuzz-Pedal eigentlich ist, wie es funktioniert, und in welchen Genres es besonders häufig zum Einsatz kommt.

Bass Fuzz Shootout
In diesem Artikel vergleichen wir drei grundverschiedene Fuzz-Pedale für Bass.

Was ist ein Fuzz-Pedal?

Grundsätzlich kennen wir drei Arten der Verzerrung eines Signals: Overdrive, Distortion und Fuzz. Alle drei entstehen durch das sogenannte Clipping. Dies passiert, wenn die Amplitude des Audiosignals das Maximum der Spannungskapazität des Equipments (z. B. Verstärker, Pedal, Mischpult etc.) überschreitet – das Ergebnis ist dann gezwungenermaßen eine Beschneidung des Signals.

Bildlich ausgedrückt wird aus dem runden Gipfel der Wellenform ein rechteckiger. Beim Overdrive geschieht dies auf relativ milde Art und Weise, die runde Form bleibt weitgehend erhalten und wird daher auch „Soft Clipping” genannt. Distortion geht da schon etwas aggressiver zur Sache, die Wellenform ist weniger rund und wird als „Hard Clipping“ bezeichnet. Beide bisherigen Charaktere basieren ursprünglich auf Röhrentechnologie.

Beim Fuzz ändert sich dies: Hier haben wir es mit einer Verzerrung auf Basis von Transistoren zu tun. Die Wellenform wird rigoros abgeschnitten und sieht daher fast quadratisch aus. Entsprechend heftig ist auch der daraus resultierende Sound, denn nicht ohne Grund wird ein Fuzz gerne als „Kreissäge“ beschrieben Darüber hinaus hat diese Form der Verzerrung immer etwas synthetisches.

Die Art des Transistors nimmt natürlich ebenfalls Einfluss auf den Klang eines Fuzz-Pedals. Am beliebtesten sind Germanium- (Ge) und Silizium- (Si) Transistoren. Ersterer klingt etwas wärmer und smoother, letzterer heller und bissiger. Zum Thema „Fuzz und Verzerrung“ gibt es zahlreiche fundierte Quellen im Netz. Hier und heute sollen für uns diese Grundinformationen ausreichen, denn unser Fokus liegt ja auf dem Vergleich der drei Produkte.

Bass Fuzz Shootout
Die drei Kandidaten unseres Tests – hier noch ganz einträchtig nebeneinander. Doch bald schon soll der Wettstreit um den bösesten Basssound beginnen.

Wo kommt ein Bass-Fuzz zum Einsatz?

Ein Fuzz ist alles andere als subtil – es will gehört werden! Daher wird es gerne dort eingesetzt, wo es richtig dreckig klingen soll. Man denke z. B. nur an das Intro zu Metallicas „For Whom The Bell Tolls“. Andere berühmte Vertreter, die das Fuzz gerne zum Einsatz bringen, sind beispielsweise Napalm Death, Nuclear Assault, Chris Wolstenholme (Muse), Mike Kerr (Royal Blood), Lemmy (Motörhead), Flea (RHCP), Tim Commerford (RATM), Jeff Ament (Pearl Jam) und viele mehr.

Da das Fuzz ein Kind der Sechziger- und Siebzigerjahre ist, wird es heutzutage gerne im Zusamenhang mit Retro-Sounds verwendet, welche zum Beispiel in Genres wie Stoner Rock, Indie Rock, Alternative Rock etc. vorkommen. Berühmte Beispiele sind Bands wie Radiohead, Nine Inch Nails, Placebo, Arctic Monkeys, Blur, Queens Of The Stone Age, etc.

Alleine oder in Verbindung mit seinem besten Freund, dem Octaver, eignet sich das Fuzz aber auch hervorragend, um aus einem E-Bass einen Synth-Bass zu machen. Der synthetische Charakter dieser Verzerrer-Art kann das Signal so verfremden, dass die ursprüngliche Quelle nicht mehr zu erkennen ist.

Dies sind drei häufige Einsatzzwecke des Fuzz – selbstverständlich gibt es noch zahlreiche Graustufen dazwischen.

Bass Fuzz Shootout
DBA Bass War vs. EHX Bass Big Muff vs. Darkglass DFZ Duality Fuzz

Fuzz für E-Bass – Vergleichstest

Ich habe mich für diesen Vergleich für drei Kandidaten entschieden, die ich im Moment zu den besten und interessantesten Fuzz-Effektgeräten für E-Bass zähle. Die Gründe sind mannigfaltig und liegen beispielsweise in der Soundqualität, der Flexibilität der Geräte, dem Preis-Leistungs-Verhältnis etc.

Hier sind meine Kandidaten:

▶ Electro Harmonix Bass Big Muff

EHX Big Muff
Electro Harmonix Bass Big Muff
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Electro Harmonix Bass Big Muff Pi
Electro Harmonix Bass Big Muff Pi
Kundenbewertung:
(757)

▶ Death By Audio Bass War

DBA Bass War
Death By Audio Bass War
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Death by Audio Bass War - Fuzz
Death by Audio Bass War – Fuzz
Kundenbewertung:
(2)

▶ Darkglass Electronics DFZ Duality Fuzz

Darkglass Electronics DUality Fuzz
Darkglass Electronics DFZ Duality Fuzz
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Darkglass DFZ Duality Fuzz
Darkglass DFZ Duality Fuzz
Kundenbewertung:
(10)

Vergleichstest Fuzz-Pedale für Bass im Video

Hier nun die drei Kandidaten im direkten Vergleich. Für die Soundbeispiele habe ich ein cleanes D.I.-Signal aufgenommen und dieses mithilfe eines Reamping-Verfahrens wieder durch die einzelnen Pedale geschickt. Auf diese Weise bekam jeder Kandidat wirklich das exakt gleiche Signal. Am Ende der Kette befand sich eine Cab Sim einer (Simulation einer) Ampeg 8x10er-Box.

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Fazit

Die beste Nachricht gleich vorweg: Guter Sound muss nicht teuer sein! Der Klassiker Bass Big Muff von Electro Harmonix hat auch heute noch allemal seine Daseinsberechtigung und liefert überzeugende klassische Fuzz-Sounds für unter 100,- Euro (!). Beim Thema „Flexibilität“ laufen ihm die anderen Vertreter zwar den Rang ab, doch wer generell auf den Big-Muff-Sound steht, braucht definitiv nicht mehr auszugeben. Mehr als das Doppelte bis zum Dreifachen legt man für die beiden anderen Kandidaten auf den Ladentisch.

Darkglass bieten mit dem Duality Fuzz ebenfalls ein sehr flexibles Pedal. Genau genommen beinhaltet es sogar zwei unterschiedliche Fuzz-Effekte: Ein eher vintagelastiges und eines für High-Gain- und Synthie-Sounds. Klanglich ist das Duality Fuzz sehr überzeugend, vielleicht aber etwas weniger dynamisch als zum Beispiel das Bass War.

Etwas umständlich ist freilich die Bedienung, da man das Mischungsverhältnis zwischen dem cleanen und dem bearbeiteten Signal sowie den generellen klanglichen Charakter auf der Rückseite einstellen muss. Allerdings kommt dies nur zum Tragen, wenn man tatsächlich viel mit unterschiedlichen Sounds experimentieren möchte. Ein großes Plus des Darkglass DFZ Duality Fuzz ist natürlich das ausgesprochen kompakte Format, das wohl auf jedem Pedalboard Platz findet.

Das Death By Audio Bass War klingt einfach immer analog und fett – ganz egal, was man macht. Das Pedal bereitet mir unglaublich viel Spielspaß und bietet dem Kunden sicherlich auch die größte Bandbreite an Sounds, die von „Old School“ bis „Synthie“ reichen. Kleine Änderungen an den Reglern bewirken hier bereits große Unterschiede, was einige User ggf. bei der Soundsuche etwas überfordern könnte.

Viel Spaß mit euren eigenen Fuzz-Experimenten wünscht Thomas Meinlschmidt

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