Praxis
In der Praxis zeigt der Behringer Spice schnell seine Stärken, besonders wenn es um experimentelle Klangerzeugung geht. Die intuitive Kombination aus polyrhythmischer Sequenzierung, klassischer Synthelemente wie einem Tiefpassfilter mit zugehöriger Hüllkurve, sowie der Patchbay eröffnet direkt viele kreative Möglichkeiten. Man kann spielerisch Rhythmen erstellen, die zwischen harmonisch und chaotisch pendeln: perfekt für Ambient, generative (bzw. generativ wirkende) elektronische Musik, oder sogar minimalistische Soundtracks. An dieser Stelle seien schon einmal gute Effekte als Partner des Synths empfohlen – vor allem Echos und Reverbs eignen sich natürlich.
Behringer Spice: Rhythmen ohne Ende
Die Step-Sequenzer ermöglichen es, ohne viel Nachdenken spannende rhythmische Muster zu gestalten. Dank der vier Clock-Divider und den Zuweisungsbuttons lassen sich ungewöhnliche Zeitstrukturen erstellen, die in vielen anderen Synthesizern nicht möglich sind. Der kreative Reiz liegt hier vor allem in der Möglichkeit, verschiedene rhythmische Ebenen miteinander zu verweben.
Ein weiterer Pluspunkt ist in diesem Kontext die MIDI-Integration. Dank ihr lässt sich der Spice trotzdem noch problemlos in bestehende Setups einbinden. Ob als höriger Partner eines DAW-Sequenzers oder als Main-Gerät für andere – der Spice ist immer flexibel. MIDI-CC-Steuerung bietet zudem die Möglichkeit, Parameter wie Filter-Cutoff oder Hüllkurvenzeiten dynamisch zu automatisieren.
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Viel Sound auf kleinem Raum
Der analoge Klangcharakter ist dabei immer ziemlich variabel. Die Saw-Oszillatoren klingen warm und voll, besonders in Kombination mit den Sub-Sounds – und mit den beiden Pulswellen sind auch „digitalere“ Sounds im Stile klassischer Konsolenmusik drin. Das Ladder-Filter mit seiner typischen Resonanz verleiht dem Sound mitunter eine angenehme Rauheit, die sich für Basslines und Leads eignet. Es kann aber auch sehr weiche Klänge hervorbringen. Abschließend kann man durch die Patchbay modulare Ansätze verfolgen und eigene Signalwege definieren; einen LFO hätte Behringer dort aber schon auch noch unterbringen können. Dennoch macht das Instrument gerade bei komplexen Polyrhythmen ungebrochen Spaß, wie man auch in den unten eingebundenen Audiobeispielen hören dürfte.
Ein weiterer kleiner Wermutstropfen: Manchmal ist der Spice in dichten (Bühnen-)Arrangements etwas unübersichtlich, besonders wenn viele Patchkabel im Spiel sind. Auch wünscht man sich bei experimentelleren Aktionen einen schnelleren Sequenzer bzw. einen weitreichenderen Tempo-Regler. Die „Div“-Encoder erlauben zwar schnellere Untertempi und natürlich kann man mit externen Tempi über die Patchbay arbeiten. Eine flexiblere Nutzung von „Tempo“ wäre jedoch in manchen Situationen besonders brauchbar. Aber wer sich Zeit nimmt, wird trotzdem mit einem Instrument belohnt, das unzählige Klangmöglichkeiten bietet.
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Behringer Spice: Das sind die Alternativen
Aufgrund seiner besonderen Struktur ist der Behringer Spice, genauso wie sein Vorbild von Moog, schwierig mit anderen Synths zu vergleichen. Am ehesten ist er wohl mit dem Behringer Edge in Verbindung zu bringen, der mit zwei Sequenzern und einem noch geringeren Preis auch viele rhythmische Experimente ermöglicht. Daher finden sich diese drei Synths in der unten stehenden Tabelle noch einmal zur Übersicht nebeneinander aufgelistet.
Features | Behringer Spice | Behringer Edge | Moog Subharmonicon |
Oszillatoren | 2 | 2 (plus Noise, FM, Sync) | 2 |
Filter | 1 (Tiefpass) | 1 (umschaltbar zw. Tief-/Hochpass) | 1 (Tiefpass) |
Anzahl Sequenzer | 2 à 4 Schritte plus Clock Divider | 2 à 8 Schritte | 2 à 4 Schritte plus Clock Divider |
Patchbay | Ja (16 Ein- & 16 Ausgänge) | Ja (15 Ein- & 10 Ausgänge) | Ja (17 Ein- und 15 Ausgänge) |
Preis | 259 € | 166 € | 629 € |
Preis/Leistung | 4.5/5 | 5/5 | 4/5 |
Produkt bei Thomann/Test bei bonedo.de | Behringer Spice | Behringer Edge | Moog Subharmonicon |