Studio-Bundles gibt es allerhand, doch wo sich Behringer mit seinem Einsteigerpaket Behringer U-Phoria Studio abhebt, ist eindeutig der Preis.
Für knapp über 70 Euro bekommt man ein USB-Interface, ein Kondensatormikrofon sowie ein Paar Studio-Kopfhörer. Kann man damit ernsthaft Musik produzieren oder ist das Spielzeug?
Komplettpakete sind liegen augenscheinlich im Trend, wenn es um Studio-Equipment geht. Kürzlich habe ich einige Studio-Bundles von Mackie unter die Lupe nehmen dürfen. Die Vorzüge sind klar: Wer neu in der Materie ist, muss sich nicht lange mit den auf dem Markt verfügbaren Geräten beschäftigen und recherchieren, sondern bekommt direkt einen Satz Gear, der einfach funktioniert. Die Geräte sind idealerweise gut aufeinander abgestimmt und je nach dem, was man vorhat, kann man direkt nach dem Auspacken damit loslegen. So weit die Idee.
Details & Praxis
Interface
Das mitgelieferte Interface ist das bereits aus einem Test bekannte Behringer U-Phoria UM2. Hierbei handelt es sich um ein extrem kompaktes USB 2.0-Interface mit zwei Eingangs- und zwei Ausgangskanälen. Kanal 1 verarbeitet Mikrofon- und Line-Signale, sodass hiermit etwa Gesang und Synthesizer aufgenommen werden können. Kanal 2 ist ausschließlich für Instrumentensignale zuständig, wie etwa das D.I.-Signal einer E-Gitarre. Wieder hinaus kommt das Signal in Form eines Cinch-Pärchens auf der Rückseite und einer 6,3mm-Klinkenbuchse für Kopfhörer.
Ein Schalter ermöglicht latenzfreies Direct Monitoring des Eingangssignals. Das Gehäuse ist leicht und aus Kunststoff, jedoch ordentlich verarbeitet. Regler für Gain und Lautstärke sind ergonomisch auf der Oberseite angebracht worden. Etwas weniger erreichbar ist der Phantompower-Schalter auf der Rückseite. Das Behringer UM2 ist natürlich ein extrem günstiges Interface, bei dem an vielen Stellen gespart wurde. Dennoch ist es ausreichend für die ersten Schritte im Homestudio und bietet ordentliche Latenz-Werte. Im Lieferumfang ist das benötigte USB-Kabel. Mehr Details sind im Testbericht zu finden.
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Mikrofon
Das Mikrofon im Bunde ist das Behringer C-1. Vom Äußerlichen her ist man verleitet, das Mikrofon als Großmembraner zu betiteln. Der große Korb und die Besprechung von der Seite legen das nahe. Doch ein Blick ins Datenblatt verrät den Membrandurchmesser von 16mm, womit das C-1 in Zoll deutlich näher an der Halbzoll- als and der 1-Zoll-Marke liegt und somit ein Kleinmembranmikro ist. Abseits davon hat Behringer das C-1 in einen stabil anmutenden Mantel aus pulverbeschichtetem Metall gekleidet. Auch der Mikrofonkorb wirkt robust. Schalter oder Regler gibt es nicht, denn das C-1 hat eine feste Nierencharakteristik. Auch Trittschallfilter oder ein Pad sucht man vergeblich. Auf das Pad kann man Dank eines Grenzschalldruckpegels von 136 dB in den meisten Fällen aber wahrscheinlich gut verzichten.
Auf der Vorderseite zeigt das Mikrofon seine Betriebsbereitschaft per LED an. Die mitgelieferte Mikrofonhalterung ist ein wenig wackelig und überträgt bereitwillig Nebengeräusche vom Mikrofonständer auf das Mikrofon. Hier kann man nur empfehlen, sich beim Hersteller nach einer rudimentären Mikrofonspinne umzusehen. Die gibt es schon für kleines Geld. Der Frequenzband des Behringer C-1 reicht von 40 Hz bis 20 kHz und verläuft dabei recht linear bis auf eine breite Anhebung um die 10 kHz, die das Mikrofon ein wenig präsenter klingen lässt. Akustischen Instrumenten und Stimmen kann diese Anhebung ganz gut stehen.
Kopfhörer
Weil man die Musik, die man in langer Arbeit produziert hat ja auch hören möchte, legt Behringer dem U-Phoria Studio Bundle noch die Kopfhörer Behringer HPS5000 bei. Diese sind geschlossene Kopfhörer, die auf den Ohren aufliegen. Ihr 1,5 Meter langes Spiralkabel verlässt die Kopfhörer an der linken Ohrmuschel und mündet in einen 3,5mm-Stecker, für den es allerdings einen mitgelieferten 6,3mm-Gewindeadapter gibt. Die Kopfhörer sind sehr leicht und recht wackelig, neigen dank ihrer guten Einstellbarkeit aber erstaunlich wenig zum Abrutschen.
Auch liegen sie mir bequem auf den Ohren auf. Das ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Klanglich sind die HPS5000 eine Überraschung. Sie klingen deutlich hochwertiger als der Preis und die Haptik vermuten lassen würden. Der Bass ist nicht stark überbetont und die Höhen sind angenehm transparent und lösen recht gut auf. Lediglich die Abschirmung von Außengeräuschen ist für einen geschlossenen Kopfhörer nicht besonders stark ausgeprägt.
Fazit
Das Behringer U-Phoria Studio Bundle ist ein sehr günstiges Komplettpaket für Einsteiger, die im Homestudio durchstarten wollen. Mikrofon und Kopfhörer können sich klanglich durchaus sehen lassen und auch das Interface ist für erste Schritte sicher geeignet. Wer etwas mehr ausgeben kann, sollte sich am ehesten nach einem besseren Interface umschauen, wie etwa im U-Phoria Studio Pro Bundle.
- Preis-Leistungsverhältnis
- Mikrofon
- Kopfhörerklang
- Kopfhörer wackelig
- Studio Bundle mit Kopfhörern, Interface und Mikrofon
- Behringer C-1 Kondensatormikrofon
- Behringer HPS-5000 Kopfhörer
- Behringer U-Phoria UM2 Interface
- 2 Ein- und Ausgangskanäle
- XLR-Kabel
- USB-Kabel
- Eingang für Mikrofon- Line- und Instrumentensignale
- Preis: € 73,– (Straßenpreis am 28.10.2020)