Aufnahme-Setup
Für die Aufnahmen im Praxisteil wurde der Amp mit einem Shure SM-57 und einem Royer R-10 abgenommen. Am Ende gibt es natürlich noch zwei Beispiele mit dem Sound aus dem Emulated-Out.
Parameter-Check – was bewirken die einzelnen Regler, wie groß ist die Bandbreite?
Wir starten unseren Rundgang mit einigen nüchternen Vergleichen. Dabei geht es darum abzutasten, wie weit jeder Regler in den Klang eingreift. Und da gibt es durchaus viel Positives zu vermelden. Zuerst einmal zeigen sich alle vier Potis sehr gut abgestimmt, sie regeln gleichmäßig und ohne drastische Sprünge. Deshalb können vor allem Gain, Tone und Reverb sehr feinfühlig eingestellt werden. Aber auch bei der Bandbreite seiner Klangmöglichkeiten hat der Blackstar TV-10 B einiges zu bieten: warmer Cleansound bei Gain auf ca. 9 Uhr, Breakup Tone bei ca. 11 Uhr – je nach Ausgangsleistung der Pickups – ein amtliches Zerrbrett ab 13 Uhr, das im unteren Frequenzbereich dann in einen leicht fuzzigen Klangcharakter übergeht. Genauso, wie man sich britische EL34-Drive-Sounds vorstellt und wie man sie mag. Und mit dem Boost legt man noch eine Schippe Schmutz obendrauf.
Was mir sehr gut gefällt, ist die dynamische Ansprache. Selbst bei maximalem Gain und aktivem Boost lässt sich der Amp mit zurückgedrehtem Volume an der Gitarre zu einem fast-Cleansound bewegen. Der Reverb liefert einen Federhall-inspirierten Sound, klingt recht warm und weniger blechern, und mischt sich sehr gut mit dem Amp-Sound.
Kernige Overdrive-Sounds mit britischem Klangcharakter
Die Overdrive-Sounds sind meines Erachtens die klangliche Schokoladenseite des Blackstar TV-10 B, obwohl er auch gute unverzerrte Sounds liefert. Generell tönt das Ganze mit einem warmen Klangcharakter, den man aber mit dem gut ausgeloteten Tone-Regler etwas präsenter gestalten kann. Bei höheren Gain-Settings lassen sich dann verschiedene Klangregister aus den Bereichen Classic Rock, Blues etc. ziehen. Das alles in angenehmer Lautstärke und mit einem ausgesprochen guten Spielgefühl, das durch die Endstufensättigung und das entsprechende Kompressionsverhalten klar gefördert wird. Kurz gesagt: Es macht einfach Spaß und klingt inspirierend. Hier sind ein paar weitere Beispiele mit unterschiedlichen Sounds und verschiedenen Gitarrentypen.
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Sound mit dem Emulated-Out
Der Emulated-Out/Phones-Ausgang kann prinzipiell auf zwei Arten genutzt werden: Im Standby-Mode zum Üben mit Kopfhörer oder für Silent-Recording, denn der Lautsprecher ist deaktiviert. Ist der Amp eingeschaltet, kann über diesen Ausgang natürlich auch das Signal an eine PA weitergereicht werden, womit man sich das Mikrofonieren des Amps spart. Klanglich finde ich allerdings das mikrofonierte Signal doch besser und würde es beim Aufnehmen bevorzugen, aber der Emulated-Out liefert auf jeden Fall ein gutes Signal für Bühneneinsatz und Recording.
Der Blackstar TV-10 B im Band-Arrangement
Zum Abschluss hört ihr den Blackstar TV-10 B noch in einem Band-Arrangement mit unterschiedlichen Sounds. Bisher hatte ich bei den Aufnahmen keine zusätzlichen Effektpedale benutzt, jetzt hört ihr im Mittelteil ein Vibe-Effekt vom Strymon Mobius, denn der Amp versteht sich prima mit Effektpedalen. Im Einschleifweg gibt es keine Anpassungsprobleme und vor der Vorstufe kann der Amp gut und gerne mit diversen Drive- und Boost-Pedalen gefüttert werden. Deshalb macht unser Testkandidat auch als Pedal-Plattform eine ausgezeichnete Figur.