In Zeiten, als es noch keine DJ-Software gab, markierten besonders die Turntablisten unter den Discjockeys bestimmte Songpassagen ihrer Schallplatten mithilfe von Aufklebern, um sie innerhalb weniger Augenblicke und ohne Headphone-Cueing aufzufinden. Das könnte man glatt als Vorläufer der heutigen Cuepoints durchgehen lassen. Programme wie Native Instruments Traktor Pro gehen allerdings noch einen Schritt weiter und bieten zahlreiche Optionen für Positionsmarkierungen, die wir euch in diesem Crashkurs näher bringen wollen, damit ihr euren Workflow optimieren könnt.
DETAILS
Cue-Punkte erleichtern das Auflegen, weil ihr so schneller und gezielter durch eure Tracks navigieren könnt und einen direkten Zugriff auf die markierten Song-Positionen habt. Im Gegensatz zur reinen Kopfhörerarbeit kommt bei der Verwendung von Cue-Punkten zur Audioinformation noch eine visuelle Komponente hinzu. So habt ihr beispielsweise die Möglichkeit, genau die Stelle zu markieren, ab der euer Song im Mix starten soll. Und auch der Part des Übergangs zum darauf folgenden Musikstück lässt sich so im Vorfeld kennzeichnen. Cuepoints können euch außerdem dabei helfen, den Part, wo der Beat erstmals einsetzt, die Vocals beginnen oder sich ein Breakdown im Song befindet, zu markieren. Und Hand aufs Herz: In einer Zeit, in der sich in den virtuellen Plattenkisten der Computer eine fast unüberschaubare Menge an Musik befindet, sind solche Features sehr hilfreich, denn aufgrund der vielen verfügbaren Songs ist es nahezu unmöglich, sich den exakten Aufbau eines jeden Tracks einzuprägen. Nun zu Traktor:
Für dich ausgesucht
Standard Cue Marker (blau)
Diesen Marker nutzt ihr für alle Arten von Song-Positionen, die euch wichtig sind oder auch, um bestimmte Sounds oder Songelemente zu triggern. Parts wie Breakdown, Refrain, Strophe, Vocal-Beginn liegen nahe.
Load Marker (gelb)
Ein Load Marker wird an der Position zu Beginn eines Tracks gesetzt, den ihr zum „Reinmischen“ verwenden möchtet. Der entsprechende Song springt so beim Laden sofort auf die markierte Position, wenn ihr dies in den Voreinstellungen aktiviert. So lassen sich etwa lange Song-Intros umgehen oder der Track landet unmittelbar am Mix-In-Punkt und ihr könnt ohne Umwege mit dem Beatmatching beginnen.
Beat Marker (weiß)
Der Beat Marker markiert die Position, ab der das Beatgrid, das für die automatische Synchronisation der Titel benötigt wird, an den Song angelegt wird. Bei der Titelanalyse setzt Traktor selbstständig einen entsprechenden Beat Marker. Oftmals stimmt die Position, aber halt nicht immer. Und läuft der Mix aus dem Ruder, dann ist der Ärger groß. Ihr solltet die Position dieses Markers stets überprüfen, wenn ihr beim Mixen auf Nummer sicher gehen wollt. Positioniert ihn auf die „Eins“. Im Idealfall könnt ihr euch an der ersten Kickdrum des Schlagzeugs orientieren. Zur Überprüfung des Beatgrids lässt sich bei Traktor Pro auch das Metronom nutzen. Dieses könnt ihr im Advanced Menü „Grid“ unterhalb der Decks aktivieren, indem ihr auf das Kopfhörersymbol klickt.
Loop Marker (grün)
Dieser Marker ermöglicht, Loops in einem Track zu speichern. Das ist sehr nützlich, wenn ein Song nur über ein kurzes Intro oder Outro verfügt oder um bestimmte Songabschnitte zum Mixen mit anderen Tracks vorzubereiten. Ein entscheidender Vorteil von gespeicherten Loops gegenüber automatischen Schleifen: Ihr könnt den Song in den Loop hinein laufen lassen, wenn der Button Loop „Active“ im Deck gedrückt ist. Wenn euch ein 32er Loop zu kurz ist, habt ihr auch die Möglichkeit, größere Schleifen zu kreieren. Vor dem Speichern wählt ihr dazu im Advanced Menü „Move“ den Button „Loop Out“ aus und verschiebt den Endpunkt der Schliefe mit den Pfeiltasten (). Natürlich könnt ihr Loops auch manuell setzten und abspeichern. Zum Thema Loops findet ihr hier noch ein ausführliches Special meines Bonedo-Kollegen Peter Westermeier.
Fade Marker (orange)
Mit dem Fade-In und Fade-Out Marker werden die Punkte für Auto-Fades innerhalb der Tracks festgelegt. So könnt ihr Traktor Pro im Auto-DJing Modus betreiben und neben der Abspielreihenfolge auch die Mixpunkte bestimmen, wie in diesem Crashkurs erläutert wird. Voraussetzung dafür ist, dass alle Songs der Playlist mit entsprechenden Fade-Markern bestückt sind und der Cruise-Modus aktiviert ist. Außerdem müsst ihr die Funktion „Activate Fade-In & Fade-Out Markers” in den Voreinstellungen aktivieren.
Besonders beim Software-DJing ist eine ordentliche Vorbereitung eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Performance. Das gilt auch für das Playlisten-Management, das Gegenstand dieses Workshops ist. Ich hoffe, dass euch dieser Artikel dabei hilft, euren Workflow im Digital-DJingmit Traktor Pro durch den gezielten und korrekten Einsatz von Cue-Punkten zu optimieren. Habt ihr Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge, Lob oder Kritik etc.? Lasst es uns wissen und nutzt das Kommentarfeld!