Darkglass Kaamos – drei verschiedene Octaver-Typen
Die Kombination aus Oktaver und Verzerrer gilt in der Basswelt durchaus als Klassiker und ist so beliebt, weil sie synthieartige Klänge ebenso wie brachiale Soundwände ermöglicht. Die beiden Effekte können beim Kaamos aber natürlich auch separat eingesetzt werden. Als erste Maßnahme im Praxistest wollen wir uns daher einen Eindruck vom Sound und der Performance des Octavers verschaffen. Geboten werden drei verschieden Typen, die ihr in den Klangbeispielen nacheinander hört.
Zur Erklärung: „Sublime“ ist ein klassischer Octaver-Sound, wie man ihn von vielen anderen Octaver-Pedalen kennt. Die zweite Variation „Sublime“ verfügt über mehr mittige Frequenzanteile und klingt dadurch aggressiver und durchsetzungsstärker. Bei „Sibcitri“ handelt es sich um die polylphone Variante, die sich in der Tat sehr gut für mehrstimmige Anwendungen eignet. Der „Subcitri“-Sound ist etwas breiter und klarer als bei den anderen Einstellungen.
Darkglass Kaamos: Vorbildliches Tracking!
Wow, in Sachen Tracking gehören die Octaver-Typen tatsächlich zum Besten, was ich jemals unter den Fingern hatte! Die Töne werden extrem zuverlässig erkannt und die Oktave steht wie eine 1. Achtet mal auf das tiefe F ab Sekunde 10 im Sublime-Beispiel, wo man wirklich keinerlei Glitcheffekte oder Artefakte ausmachen kann. Das funktioniert erstaunlicherweise mit der Leersaite E genauso gut!
Auf zusätzliche Oktaveffekte, wie etwa eine Oktave über oder zwei Oktaven unter dem gespielten Ton, die man bei Octavern anderer Hersteller häufig findet, muss man beim Kaamos leider verzichten. Man hat sich bei der Entwicklung offensichtlich stärker auf verschiedene Klangvarianten der klassischen „-1“-Oktave konzentriert, was so aber auch vollkommen in Ordnung ist.

Sound des Octaver-Effekts anpassbar
Mit dem Octave-Filter lässt sich der Sound der Sub-Oktave klanglich darüber hinaus noch anpassen. Im folgenden Klangbeispiel hört ihr vier verschiedene Einstellungen auf dem Reglerweg von „ganz auf“ bis „komplett zu“. Am Schluss spiele ich übrigens ein tiefes E – und die Oktave steht hier einfach sensationell stabil!
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In den nächsten Beispielen hört ihr die beiden Octaver-Typen „Sublime“ und „Sublemon“ in Kombination mit Drum-Loops. Bei beiden Beispielen war der Octave-Filter ganz offen und der Clean-Level komplett zugedreht. Im „Sublemon“-Beispiel kam ein Höfner HCT 500/1 zum Einsatz – das Ergebnis ist ein ultracooler Synthie-Sound mit einem sinuswellenähnlichen Charakter.
Anschnallen: Octaver plus Drive!
So weit, so gut! Richtig spaßig wird es allerdings, wenn man den Verzerrer noch zum Octaver schaltet. Wie in der Beschreibung bereits erwähnt, kommt im Darkglass Kaamos die flexible Alpha/Omega-Schaltung von Darkglass zum Einsatz, welche die meisten unter euch sicherlich bereits von den gleichnamigen Pedalen kennen werden. Sie bietet zwei verschiedene Geschmacksrichtungen, die mit dem Drive-Mod-Regler stufenlos gemischt werden können. Ganz links erntet man einen modernen, leicht mittengescoopten Sound, und auf der rechten Seite liegen eher klassischere, fuzzartige Sounds.
Das nächste Beispiel zeigt drei Einstellungen: Drive-Mod-Regler ganz links, dann in der Mitte, und schließlich ganz rechts.
Bei gleichzeitigem Einsatz von Octaver und Verzerrer bietet das Darkglass Kaamos die Wahl zwischen serieller oder paralleler Anordnung der Effekte im Signalweg. Dieses Feature ist wirklich toll, weil es die Kombination eines cleanen Octaver-Sounds mit dem verzerrten Sound ermöglicht. Im ersten Beispiel sorgt einen dezente Verzerrung lediglich für etwas „Grit“ im Gesamtsound. Der stark verzerrte Sound im zweiten Beispiel erlangt durch die cleane Oktave eine ungeheure Wucht, bleibt dabei aber sehr klar und präzise definiert.
In der seriellen Anordnung der beiden Effekte wird der Octaver-Sound ebenfalls verzerrt, sodass sehr vielfältige Klangtexturen und zum Teil wirklich brachiale synthieartige Sounds entstehen. In den Klangbeispielen hört ihr einen fuzzartigen Synth-Sound mit der „Sublime“-Einstellung des Octavers.
Danach wird es heftiger: Hier kommt die extrem breit klingende „Subcirtri“-Oktave zum Einsatz, und der Verzerrer liefert einen mittengescoopten Sound. Das Ergebnis ist ein fetter Synth-Sound, mit dem man wahrscheinlich auch im EDM-Genre eine gute Figur macht. Den Abschluss bildet dann ein kompakt klingender, bläserartiger Synth-Sound, für den ich wieder die „Sublime“-Einstellung verwendet habe.
