Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Vulfpeck: „3 On E“

Das Musikerkollektiv Vulfpeck ist seit nunmehr zehn Jahren ein musikalisches Phänomen, und ihr Bassist Joe Dart ein neuer Star unserer Zunft. Begonnen hat alles mit selbst gedrehten YouTube-Videos im heimischen Keller. Heutzutage sind Vulfpeck auf den großen Bühnen der Welt unterwegs. Interessant ist der Aspekt, dass Vulfpecks Musik nichts mit dem Chart-Mainstream zu tun hat und dazu größtenteils instrumental ist – eigentlich also die besten Voraussetzungen, um nicht erfolgreich zu werden. Vulfpeck haben es aber dennoch geschafft, sich eine riesige loyale Fangemeinde zu erspielen, die keineswegs nur aus Musikern besteht. 2020 erschien mit „The Joy Of Music, The Job Of Real Estate“ ihr bereits fünftes Album. Darauf befindet sich der Song „3 On E“, welcher bereits im Titel einen kleinen Hinweis auf die Disco-Musik der 70er-Jahre versteckt. Die Bassline zu „3 On E“ eignet sich hervorragend, um einen Blick auf Joe Darts Stil zu werfen, denn das Stück ist relativ kurz und lebt von zahlreichen Wiederholungen. Trotzdem beinhaltet es sämtliche Elemente, die Joe Dart als Bassist auszeichnen – nur eben in einem kompakten und überschaubaren Format!

3 On E Vulfpeck Bass-Workshop
In diesem Workshop erlernst du Joe Darts Bassline zum Vulfpeck-Song “3 On E”.

„3 On E“ – Originalvideo

Hier wie immer zu Beginn der Song in Ton und Bild:

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„3 On E“ – Rhythmik

Der Titel des Songs verrät uns bereits viel über seine Rhythmik. Über die ganze Dauer hinweg haben wir es mit einem zwei Takte langen rhythmischen Pattern zu tun. Takt 1 beginnt mit drei fetten Viertelnoten, daher natürlich der Name: „3 On E“. Die Zählzeit 1 des zweiten Taktes wird stets um eine Sechzehntelnote antizipiert (vorgezogen), dafür steuert Joe Dart dann die Pulsschläge 2, 3 und 4 an.

Das ist soweit alles recht simpel, doch wäre Joe Dart nicht Joe Dart, wenn er nicht eine Vielzahl an Variationen einbringen und die eine oder andere Überraschung für uns bereithalten würde. So kommen im Laufe des Songs viele rhythmische Kombinationen aus Vierteln, Achteln und Sechzehnteln vor. Die beschriebene rhythmische Basis – drei Töne auf E – lässt sich aber jederzeit wiederfinden.

Zum Glück haben wir es aber nicht mit einzelnen Synkopen zu tun, die irgendwo im Raum stehen, sondern meist mit einer zusammenhängenden Kette aus Sechzehnteln. Hier liegt dann eher die Herausforderung bei der Spieltechnik als bei der Rhythmik selbst. Dies trifft vor allem auf das schicke kleine Bass-Feature kurz vor dem Ende zu.

Bassist Joe Dart
Joe Dart live on stage (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=0oIIRc0zc_U)

„3 On E“ – Tonmaterial

Zentrum des Songs ist der Akkord E7, über welchen die Skala E mixolydisch wunderbar passt. Im Vergleich zu E-Dur besitzt diese Tonleiter eine kleine Septime. Ihre Töne lauten: E, F#, G#, A, H, C# und D. Das Phänomen, dass ein Dominantseptakkord das tonale Zentrum eines Songs bildet, finden wir relativ häufig im Funk & Soul, aber auch im Rock etc.

Joe Dart nutzt entsprechend die mixolydische Tonleiter auf E recht häufig; dazu gesellt sich aber auch die Dur-Bluestonleiter in E mit ihren Tönen E, F#, G, G#, H und C#, welche mit ihrem chromatischen Aufgang zur Dur-Terz ein entscheidendes Element der Melodik der Bassline beisteuert. Wenn der Song zur vierten Stufe A7 wechselt, wird das Ganze einfach eine Quarte höher geschoben und Joe verwendet die mixolydische Skala auf A (A, H, C#, D, E, F#, G) sowie die A-Dur-Bluestonleiter (A, H, C, C#, E, F#).

Das ist natürlich eine Menge trockene Theorie – entscheidender ist, auf welche Weise Joe Dart das Tonmaterial einsetzt, um seiner Bassline eine prägnante Melodie zu verleihen.

„3 On E“ – Spieltechnik & Basssound

„3 On E“ stammt aus dem Jahr 2020 und Joe Dart spielte zu dieser Zeit bereits seit einiger Zeit Instrumente der Firma Music Man, die ihm seither auch mehrere Signature-Bässe an den Leib schneiderten. Das erste Modell wurde auf der NAMM Show im Jahr 2019 vorgestellt und basiert auf dem legendären Music Man Stingray, kommt aber im Gegensatz zum Original mit einer passiven Elektronik und nur einem Volume-Regler und ist darüber hinaus werksmäßig mit Flatwound-Saiten bestückt. Und genau danach klingt der Basssound dann auch auf „3 On E“.

Ein wichtiger Bestandteil des Joe Dart Sounds ist zudem eine deutlich hörbare Kompression, die Joes perkussives Spiel vortrefflich unterstützt. Den Rest der Signalkette würde ich als ziemlich „vintage“ beschreiben: Der Sound klingt für mich sehr nach einem wunderbar warmen Vollröhrenamp wie dem legendären Ampeg B15 oder einem ähnlichen Kandidaten. Natürlich kann einen derartigen Basssound inzwischen auch problemlos auf digitaler Ebene via Plugin nachbilden.

Zum Sound gehören aber auch Joes perkussiver Anschlag mit viel Attack, die zahlreichen staccato gespielten Töne, viele Dead Notes und verschiedene „funky“ Artikulationen, wie Slides, Hammer-Ons, Pull-Offs und Shaker.

Vulfpeck live
Live sind Vulfpeck ein grandioses Erlebnis! (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=0oIIRc0zc_U)

„3 On E“ – Transkription

Hier findet ihr also die Noten, TABs und die von mir eingespielten Soundfiles. Aufgrund der vielen Wiederholungen habe ich im ersten Soundbeispiel eine etwas verkürzte Form aufgenommen.

Audio Samples
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“3 On E” – Bassline – WAV “3 On E” – Solo – WAV

Viel Spaß und bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt

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3 On E Vulfpeck Bass-Workshop

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