Praxis
Das Handling unseres Testkandidaten ist im Gegensatz zu all den WahWah-Pedalen, die ich bisher unter meine Füße geschnallt habe, ganz schön ungewohnt. Wegen der kurzen Wippe war ich bei meinen ersten “Gehversuchen” auf Socken zuerst einmal ziemlich aufgeschmissen. Um mit dem kleinen Kollegen wirklich spielen zu können, sollte man Schuhe tragen, denn die steife Sohle stellt eine imaginäre Verlängerung der kurzen Wippe dar. Stellt man den Fuß aufs Pedal, sollte man außerdem darauf achten, die Ferse auf das untere Ende der Wippe aufzulegen, weil der Winkel bei komplettem Durchdrücken sonst sehr extrem ist und man das Fußgelenk zu stark knicken muss.
Klanglich bietet das Pedal drei unterschiedliche Klangcharakteristiken, die, wie eben schon erwähnt, mit einem internen Schalter angewählt werden können. Hierbei verschiebt man im Grunde genommen den Einsatzpunkt der Wippe, wobei sich der Klangunterschied vor allem im Obertonbereich bemerkbar macht. Bei den Audiobeispielen habe immer alle drei Varianten angespielt, damit man einen Eindruck bekommt, inwieweit sich der Sound verändert. Beginnen wir mit dem Einsatz vor dem cleanen Verstärker. Die dabei verwendete Gitarre ist eine 77er Stratocaster mit Kloppmann-Pickups und der Zwischenstellung von Hals- und Stegpickup (!).
Im angezerrten Bereich kann unser Testkandidat durchaus überzeugen, von wegen “Mini”! Das Pedal bietet einen ausgeglichenen klassischen Sound, der mit einer moderaten Verzerrung eine dankbare klangliche Symbiose eingeht. Auch hier gibt es wieder drei Audiobeispiele. Ich beginne mit der Low-Einstellung, die mir einen Tacken zu tief angesiedelt ist. Mit der mittleren und höhenreichen Einstellung erinnert mich der Sound an leicht rotzige, 70er Jahre-typische Shaft- und “Straßen von San Francisco”-Sounds.
Für dich ausgesucht
Kommen wir zum High-Gain-Kanal. Mit hohen Verzerrungen verwischt der Sound des Pedals leicht. Gleichzeitig beeinflusst er den Sound und die Arbeitswiese der Eingangsstufe des Gitarrenverstärkers. Hier macht das Pedal eine wirklich gute Figur. Dieses Mal gefällt mir ausnahmsweise die höhenreichste Einstellung am besten, weil sie den Klang am stärksten beeinflusst. So erhält man sehr schnell Zakk Wylde- und Steve Vai-artige Leadsounds. Die verwendete Gitarre ist dieses Mal meine alten PRS, die mit mittelstarken Humbuckern ausgestattet ist.