LD Systems Anny 8 im Praxischeck
Da ich bereits in der Vergangenheit das größere ANNY 10-Modell testen konnte, war ich auf die kleinere Version der mobilen All-in-one-Version gespannt. Optisch unterscheidet sich die ANNY 8-Variante nur gering vom größeren ANNY 10-Modell. Allerdings wurde bei der ANNY 8 auf einen ausziehbaren Trolley-Griff und die beiden Rollen verzichtet. Die zu testende 8-Zoll-Variante ist mit einem großzügig dimensioniertem Tragegriff ausgerüstet. Bei dem gut zu handelnden Gewicht von 8,8 kg lassen sich die fehlenden Rollen verkraften. Bei einer geplanten kilometerlangen Reise sollte man aber über den Einsatz eines rollbaren Untersatzes nachdenken.
Qualitativ hat LD Systems auch bei der ANNY 8 einen sehr guten Job hingelegt: Der Speaker wirkt auf mich solide verarbeitet und auch alle Bedienelemente und Buchsen sitzen fest – so wie sie es sollen. Das Bedienpanel ist wie bei allen aktuellen LD Systems Produkten im edlen schwarz, glänzenden Look gehalten. Da beim Testmodell der Akku vollständig geladen war, starte ich den ANNY 8 Speaker direkt und nach einer kurzen Hochfahrphase erscheint im Display der interne Mixer.

Musik aus der Dose
Aber wie klingt die kleinere ANNY 8 Black-Version? Um einen ersten Eindruck zu gewinnen, starte ich mit einer mir bekannten Soundcheck-Playlist vom Tablet. Die Verbindung erfolgt hierbei über die integrierte Bluetooth-Schnittstelle der ANNY 8. Um eine Verbindung herzustellen, wähle ich mit dem Master-Volume-Poti den Menüpunkt „Bluetooth“ aus und anschließend „Pairing“. Jetzt nur noch im Bluetooth-Menü des Tablets die ANNY 8 auswählen und schon sind beide Geräte miteinander verbunden. Da der Bluetooth-Kanal über einen eigenen Volume-Regler verfügt, lässt sich die Lautstärke am Tablet als auch am Speaker selbst regulieren. Im Mixer wird das Bluetooth-Signal dem Stereokanal 3/4 zugewiesen.
Ordentlich laut die kleine LD Systems Anny 8
Sobald die ersten Klänge aus dem Speaker ertönen, bin ich angenehm über die Basswiedergabe des kleinen Systems überrascht. Im Vergleich zum größeren Modell verfügt die ANNY 8 immer noch über ein ordentliches Low-End, natürlich immer in Anbetracht der Größe des Speakers. Auch nach längerem Hören diverser Testsongs aus unterschiedlichen musikalischen Genres überzeugt mich die dargebotene Klangperformance. Der kleine mobile Speaker bietet einen ausgewogenen und angenehmen Klang. Drehe ich etwas mehr am Volume-Poti, brüllt einem das ANNY 8-System schon mit ordentlich Laustärke entgegen und klingt dabei immer noch angenehm und verzerrungsfrei.
DSP-Presets
Um für alle Einsatzgebiete gewappnet zu sein, ist die ANNY 8 mit verschiedenen DSP-Presets ausgestattet. Die Equalizer-Presets kann ich auf dem Master-Ausgang des Speakers aktivieren. Hierzu navigiere ich mit dem Volume-Poti zum Audio-Menü. Unter dem Menüpunkt „Presets“ lässt sich zwischen fünf verschiedenen fixen EQ-Einstellungen (Music, Live, Vocal, Eco und Flat) wählen. Welches Preset aktiviert ist, zeigt mir das mobile All-in-one-System im Display an.
Aktiviere ich das Musik-Preset, findet eine ordentliche Anhebung im Bass- und Höhenbereich statt. Bei bassbetonten Tracks war es mir im Innenbereich schon fast etwas zu viel Bass, im Außenbereich allerdings perfekt, um beim nächsten Strandbesuch sich selbst und den restlichen Besuchern ein wenig Club-Feeling zu bescheren.
Der Live-Mode unterscheidet sich nicht ganz so stark vom Flat-Betrieb, liefert aber ebenfalls ein bisschen mehr Bass. Im Vocal-Preset wurden die Bässe dann deutlich beschnitten: Ideal also für Wiedergabe von Sprache und Gesang ohne Gefahr zu laufen, im Bass/Tiefen/Mittenbereich zu koppeln. Wähle ich den ECO-Mode, findet hingegen eine Anhebung im Höhenbereich statt und der Frequenzbereich wird im Bass- und im tiefen Mittenbereich ein wenig ausgedünnt. Dies soll vor allem den Stromverbrauch reduzieren und so eine längere Akkulaufzeit ermöglichen.

Kanal-Equalizer und Ducking-Modus
Neben den festen DSP-Presets bietet LD Systems ANNY 8 noch einen individuell einstellbaren 3-Band-Equalizer. Diesen finde ich ebenfalls unter dem Menüpunkt „Audio“ und ich kann ihn auf dem Masterausgang anwenden. Der Equalizer bietet mir drei fixe Frequenzbänder. Der Bass- und der Höhen-EQ agieren hierbei als Shelving-EQ, das Mittenband eher als breitbandige Glocke.
Die Kanäle sind leider nicht mit separaten Equalizern ausgestattet. Ein weiteres Feature, das sich im Audio-Menü findet, ist der Priority-Mode. Hier kann ich einen Eingangskanal als bevorzugte Audio-Quelle festlegen, die automatisch den Pegel der anderen Kanäle in der Lautstärke reduziert.
Sobald kein Audiosignal am Priority-Kanal anliegt, wird die Lautstärke der anderen Kanäle wieder angehoben. Die Geschwindigkeit, in der die Lautstärke abgesenkt bzw. angehoben wird, kann ich nicht regulieren, ist aber von Haus aus gut gewählt.

On the Road again …
Ein wichtiges Kriterium für ein mobiles PA-System ist selbstverständlich die Akkuleistung. Dabei gilt es, einen Kompromiss zwischen Gewicht und Leistungsdauer zu finden. Dies ist der Firma LD Systems bei der neuen ANNY 8 mehr als gelungen. Der gerade einmal 7 x 4,5 x 9 cm kleine wechselbare AKKU bringt gerade einmal 500 g auf die Waage. Bei Zimmerlaustärke hat der AKKU nach ungefähr 11,5 Stunden bei mir schlappgemacht. Eine vollständige Ladung dauerte dann, wie von LD Systems angegeben, ungefähr fünf Stunden. Leider lässt sich der Speaker während des Ladevorgangs nicht betreiben. Bei längeren Einsätzen also immer einen vollen Ersatz-Akku einpacken.
Effekte Inside
Unter dem Menüpunkt „Effect“ lässt aus verschiedenen Effekten ein Effekt-Typ auswählen. Hier steht mir unter dem Menüpunkt „FX-Type“ neben drei Reverb-Effekten (Small, Large, Plate) noch ein Delay-Effekt zur Auswahl. Den ausgewählten Effekt kann ich als Send-FX anteilig den einzelnen Eingangssignalen zuweisen. Der Effekt-Return erfolgt mit dem Effekt-Poti. An dieser Stelle sei noch kurz erwähnt, dass sich dem Bluetooth-Kanal kein Effekt zuweisen lässt, was in der Praxis bei der Wiedergabe von Backing-Tracks oder Musik aus der Dose aber in der Regel kein Problem darstellen sollte.
Die Reverb-Effekte sind auf jeden Fall brauchbar, hauen mich aber nicht von den Socken. Die Delay-Zeit ist für meinen Geschmack etwas zu fix gewählt. Es ist eher ein extrem kurzes Slapback-Echo als ein Delay-Effekt. Praktischerweise lässt sich der Effekt-Prozessor mit Hilfe eines optionalen Fußschalters ein- und ausschalten. Damit ihr euch mal einen kleinen Eindruck zu den Effekten machen könnt, habe ich für euch ein paar Klangbeispiele erstellt.
Solo Act
Beim nächsten Setup kommen eine Akustik-Gitarre, ein Mikrofon und ein paar Drum-Beats vom Tablet zum Einsatz. Für dieses Setup ist das kleine ANNY 8-System geradezu prädestiniert. Da das Gehäuse der ANNY 8 auf der Unterseite angeschrägt ist, kann ich die Box in gekippter Position betreiben. Das sorgt für eine sehr gute Klangverteilung im Raum und es macht wirklich Spaß, über die ANNY 8 zu performen. Auch die Lautstärke, die in diesem Setup geboten wird, ist für den Proberaum bzw. das Wohnzimmer mehr als ausreichend. Unter freiem Himmel sorgt das kleine mobile System aus dem Hause LD Systems ebenso für ordentlich Durchsetzungskraft. Im Hof meines Studios reichte es auf jeden Fall, um einige neugierige Blicke auf mich zu ziehen. Ein wenig Hall auf die Vocals und die Gitarre und schon kann die nächste Fußgängerzonen-Show starten.
Umfangreich erweiterbar und farbenfroh
Wie bereits erwähnt, bietet der ANNY 8 Speaker die Möglichkeit, optional erhältliche Funkempfänger in den Erweiterungsslot zu integrieren. Hier bietet LD Systems entweder Funkhandsender oder Headset-Mikrofone inklusive Beltpack. Die Funkkomponenten stehen für Europa in drei verschiedenen Frequenzbändern im Bereich B5 (584 bis 608 MHz), B6 (655 bis 679 MHz) und B8 (823 bis 832 MHz und 863 bis 865 MHz) zur Auswahl. Der Ausgang der verbauten Funkkomponente liegt am Mixer auf Kanal 5 an.
Zusätzlich gibt es für das LD Systems ANNY 8 verschiedene Transporttaschen bzw. Rucksäcke sowie Wechselakkus und eine einklickbare Mikrofonklemme. Eine Besonderheit der ANNY 8 ist die breite Farbpalette, in der der Speaker erhältlich ist: Neben schnödem Schwarz ist hier noch Weiß, Grün und Grau erhältlich.
Zielgruppe
Das neue mobile All-in-one-System ANNY 8 richtet sich an alle Interessenten, die auf der Suche nach einem kompakten und vor allem mobilen PA-System sind. Wie auch schon beim größeren ANNY 10-Modell, bietet LD Systems umfangreiche Anschlussmöglichkeiten und eignet sich aufgrund der kinderleichten Bedienung auch für absolute Neulinge im Bereich der PA-Technik. Besonders Singer/Songwriter, Busker, DJs oder andere Solokünstler bekommen mit dem ANNY 8-System alles, um im kleinen Kreis und unter freiem Himmel eine gelungene Performance abzuliefern. Feuert man hier nicht die ganze Zeit auf Maximum, kann die Session auch ruhig etwas länger in Anspruch nehmen.
Durch optional erhältliche Funkkomponenten lässt sich das System außerdem noch umfangreich erweitern. Durch den Akkubetrieb ist das System, vorausgesetzt der Akku ist geladen, blitzschnell einsatzbereit. Auch als reiner Bluetooth-Speaker zur Musikwiedergabe am heimischen Baggersee ist die ANNY 8 aufgrund ihres ausgewogenen Klangs eine gute Wahl. Beim Betrieb von zwei ANNY 8 Speakern lässt sich sogar ein echtes Stereo-Setup realisieren.
LD Systems ANNY 8 | EV Everse 8 | Bose S1 Pro Plus | |
Leistung | 160 Watt (Peak) | 400 Watt (Peak) | keine Angaben der Herstellers |
Maximal Pegel | 117 dB | 121 dB | 109 dB |
Bluetooth | ja | ja | ja |
Anzahl Kanäle | 5 | 4 | 3 |
Frequenzbereich | 53 Hz – 20 kHz | 50 Hz – 20 kHz | 62 Hz – 17 kHz |
Max. Akkulaufzeit | ca. 11 Stunden im ECO-Modus dB, ca. 3,5 Stunden bei maximaler Leistung | ca. 12 Stunden bei 95 dB, ca. 6 Stunden bei maximaler Leistung | ca. 11 Stunden bei Zimmerlautstärke, ca. 5 Stunden bei maximaler Leistung |
Gewicht | 8,5 kg | 7,6 kg | 6,5 kg |
Preis | 529 € | 749 € | 649 € |