Praxis
Für den Praxisteil schließe ich das Topteil an eine 2 x 12″ V30 Box an verwende den Combo mit seinem internen Speaker. Beide Signale werden mit einem SM57 abgenommen. Obwohl beide Amps hinsichtlich ihrer Schaltung baugleich sind, fallen die Soundergebnisse aufgrund der verschiedenen Cabinets und Speaker unterschiedlich aus.
Der 10″ Speaker des Combos klingt sehr ausgewogen und unterstützt das typische “Bretzeln” des Marshallsounds, auch wenn die Bassanteile nicht ganz so differenziert rüberkommen wie das bei einer 2 x 12″ oder 4 x 12″ Box der Fall wäre. Der Celestion V Type Jr. Speaker ist klanglich irgendwo zwischen dem Vintage 30 und dem Greenback angesiedelt, besitzt prägnante Mitten und leicht abgemilderte Höhen.
Zu Beginn setze ich fast alle Regler auf 12 Uhr und spiele ein cleanes Picking mit einer Les Paul. Die Amps liefern einen guten Cleansound, der in diesem Setting bereits einen minimalen crunchigen Anteil und den typischen, britischen Charme erhält. Dass 20 Röhrenwatt sehr laut sein können, ist allgemein bekannt und auch in diesem Fall muss man dem Topteil sowie dem Combo eine Lautstärke attestieren, die für Clubgigs und Proben allemal ausreichend ist:
Presence | Master | Treble | Middle | Bass | Tilt | Gain | Boost | Output |
---|---|---|---|---|---|---|---|---|
12:00 | 12:00 | 12:00 | 12:00 | 12:00 | 12:00 | 12:00 | Off | High |
Nun wird etwas crunchiger und ich erhöhe den Gain. Den Tilt-Regler setze ich auf den Maximalwert, um dem High-Treble-Input gleichzukommen. Sofort erhält man klassische, frühe AC/DC-artige Klänge. Der Amp kann seine Herkunft nicht verleugnen und gibt 70er Jahre Rock’n Roll und Hard-Rock-Sounds sehr authentisch wieder:
Presence | Master | Treble | Middle | Bass | Tilt | Gain | Boost | Output |
---|---|---|---|---|---|---|---|---|
14:00 | 14:00 | 14:00 | 15:00 | 14:00 | Max | 15:00 | Off | High |
Auch klassische hendrixartige Neckpickup-Sounds, gespielt mit einer Fender Stratocaster, sind den Origins mühelos abzugewinnen und das charakteristische Stratklirren ist sofort da:
Presence | Master | Treble | Middle | Bass | Tilt | Gain | Boost | Output |
---|---|---|---|---|---|---|---|---|
12:00 | 14:00 | Max | Max | Max | Max | 14:00 | Off | High |
Nun spiele ich euch ein kleines Riff, zuerst im normalen Gain-Mode und anschließend das gleiche Setting mit aktiviertem Boost. Der Amp kann einiges an Zerre liefern, ist jedoch definitiv kein Hi-Gain-Monster und auch kein Metal-Amp, denn dafür fehlen ihm schlichtweg die Gainreserven und auch die Definition im Bass. Doch das will der Origin auch gar nicht, der seinen Ursprung eher in anderen Gefilden hat: Bluesige Sounds bis hin zu moderaten 80er Riffs stehen ihm dagegen gut zu Gesicht:
Für dich ausgesucht
Presence | Master | Treble | Middle | Bass | Tilt | Gain | Boost | Output |
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14:00 | 14:00 | 15:00 | 15:00 | 12:00 | Max | Max | Off-On | High |
Dank des flexiblen Gainreglers lassen sich fast vollkommen cleane Sounds gut umsetzen, was durch den separaten Masterregler auch in höheren Lautstärken realisierbar ist:
Presence | Master | Treble | Middle | Bass | Tilt | Gain | Boost | Output |
---|---|---|---|---|---|---|---|---|
14:00 | 15:00 | 14:00 | 12:00 | 14:00 | Max | 9:00 | Off | High |
Kommen wir nun zu den Output-Modi. Hier hat man dank Powerstem-Technologie ein sehr flexibles Tool, um die Amplautstärke seiner Umgebung und der jeweiligen Spielsituation anzupassen.
Normalisiert man die Files, erkennt man, dass in niedrigeren Modes ein Hauch Druck im Bassfundament verlorengeht, was aber bei Leistungsdämpfungen nicht unüblich ist. Dem gegenüber steht jedoch der Vorteil, auch in Zimmerlautstärke die Vorzüge des Röhrenamps genießen zu können. Im folgenden File hört ihr das identische Setting in allen drei Modi nicht-normalisiert.
Presence | Master | Treble | Middle | Bass | Tilt | Gain | Boost | Output |
---|---|---|---|---|---|---|---|---|
14:00 | 14:00 | 14:00 | 14:00 | 12:00 | Max | 15:00 | Off | High, Mid, Low |
Zum Abschluss möchte ich hören, wie der Amp mit Verzerrern umgeht und greife zu einer Les Paul. Marshallamps gelten als sehr pedalfreundliche Genossen, da macht die Origin-Serie keine Ausnahme. Ihr hört ein Sololick erst ohne Verzerrer und anschließend mit einem vorgeschalteten Maxon OD808. Da die Origin-Versionen trotz Gainboost nicht wirklich hochgainige Leadsounds hervorbringen können, erfreut die Kompatibilität zu Pedalen umso mehr.
Presence | Master | Treble | Middle | Bass | Tilt | Gain | Boost | Output |
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14:00 | 12:00 | 13:00 | 13:00 | 13:00 | 15:00 | Max | Off | High |
Der DI-Out liefert ein Direktsignal, das jedoch keine Frequenzkorrektur besitzt. Ergebnis ist ein sehr kratziger Direktsound, der zur Weiterverarbeitung mit einer analogen oder digitalen Speakersimualtion gedacht ist, eine BluGuitar BluBox, ein Suhr ACE, ein Mooer Radar oder ähnliches.
Zur Demonstration habe ich ein DI-Signal abgezweigt und anschließend in der DAW mit einer Cabinetsimulation aus dem Guitar Rig belegt:
Presence | Master | Treble | Middle | Bass | Tilt | Gain | Boost | Output |
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14:00 | 14:00 | 14:00 | 15:00 | 14:00 | Max | 17:00 | Off | High |