Metrophones SK-G, MPD-G und MPDGP Drummer-Kopfhörer Test 

Die Themen Gehörschutz und Üben begleiten ambitionierte Drummer eigentlich permanent: Wie lässt sich einerseits das Gehör schützen und gleichzeitig zu Musik oder zu einem Metronom spielen? Als Sparversion kann der sogenannte Kapselgehörschutz, auch „Mickymäuse“ genannt, plus ein günstiger Handy In-Ear-Hörer gelten. Professioneller geht es dann beispielsweise mit einem integrierten Drummer-Kopfhörer wie dem Vic Firth SIH2 zu oder dem Allrounder Beyerdynamic DT770. Ersterer ist zwar preislich sehr interessant, erfüllt aber keine allzu hohen Ansprüche in Sachen High-End-Sound, und der DT770 wird oft als zu schlapp bei der Außengeräuschdämpfung wahrgenommen. Beide Elemente möchten unsere heutigen Testkandidaten, die Metrophones  SK-G, MPD-G und MPDGP, unter einen Hut bringen. Ob das gelingt, erfahrt ihr auf den folgenden Zeilen.

Dreimal mit Dämpfung, zweimal mit Metronom, einmal mit Bluetooth: die Metrophones Kopfhörer-Familie
Dreimal mit Dämpfung, zweimal mit Metronom, einmal mit Bluetooth: die Metrophones Kopfhörer-Familie

Metrophones SK-G, MPD-G und MPDGP – Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Modelle besitzen ein integriertes Metronom
  • Gelgefüllte Ohrpolster
  • Defekte Komponenten sind austauschbar
  • Hergestellt in den USA

Der Basishörer: Metrophones SK-G

Der SK-G stellt die Basisausstattung im Metrophones-Kopfhörerprogramm dar. Hier handelt es sich um einen Drummer-Kopfhörer mit integrierter Lautstärkeregelung. Ein Metronom ist beim SK-G nicht verbaut, das Kürzel SK steht dann auch für „Studio Kans“, also ohne Metro. Beim Auspacken fällt direkt die solide, nicht gerade leichte Bauweise auf, woran der metallene, beidseitig per Metallrändelschraube anpassbare Kopfbügel einen maßgeblichen Anteil hat. Die Kapseln sind aus Kunststoff gefertigt, als Ohrpolster kommen gelgefüllte Nylonkissen zum Einsatz. Ein Blick in die Innenseiten zeigt mittig angeordnete Lautsprechertreiber, welche von der Firma Koss beigesteuert werden. Eine Angabe darüber, welche Seite welchen Kanal wiedergibt, finde ich nicht.

Die Firma Big Band Distribution, welche die Metrophones herstellen lässt, gibt 29 dB Umgebungsgeräuschdämpfung an, der Frequenzgang beträgt laut Webseite 10 – 20.000 Hertz. Eine der Kapseln beherbergt auf der Unterseite einen Lautstärkeregler, daneben findet sich eine 3,5mm-Stereoklinkenbuchse für das ebenfalls mitgelieferte drei Meter lange Anschlusskabel. An dessen anderem Ende sitzt eine 6,3mm-Stereoklinkenbuchse, welche nicht auf 3,5 Millimeter verkleinerbar ist. 

Fotostrecke: 5 Bilder Bunt sind nur die Verpackungen: Metrophones SK-G, MPD-G und MPDGB.

Das Original mit eingebautem Metronom: MPD-G

Die zweite Ausbaustufe des Metrophones-Konzeptes ist eigentlich die Urversion, heißt MPD-G und unterscheidet sich vom SK-G durch ein eingebautes Metronom mit innen liegendem LCD-Display. Dieses Display sowie zwei getrennte Metronom-Piezos sorgen auch dafür, dass die Lautsprechertreiber im Gehäuse etwas nach unten wandern. Aktiviert wird der Click mit einem kleinen Schalter auf der Unterseite einer der Kapseln, dort liegt auch ein Kippschalter zum Einstellen des Tempos zwischen 42 und 250 bpm. Betrieben wird das Metronom mit einem 9V-Block, der sich in einer der Kapseln befindet. Um ihn zu tauschen, muss man die Polsterung entfernen (auf der Seite mit den Schaltern) sowie die Trägerplatte mit dem Treiber abnehmen. Der Lautstärkeregler nimmt beim MPD-G nur Einfluss auf das Metronom.

Das Topmodell mit Bluetooth: Metrophones MPDGP

Um ihre Metrophones in die Neuzeit zu überführen, haben die Entwickler das getan, was auch Vic Firth beim Bluetooth-Modell gemacht hat: Es wurde eine kabellose Bluetooth-Schnittstelle eingebaut. Beim MPDGP ist diese an einem kleinen roten Knopf zu erkennen. Damit wird die Verbindung zu einem Zuspieler wie Smartphone, Tablet oder Computer hergestellt. Kurzes Drücken startet und stoppt zudem die Wiedergabe eines Titels. Der „Musikteil“ des Hörers ist aktiv, was bedeutet, dass der Betrieb nur mithilfe des innen liegenden Akkus möglich ist. Aus dem speist sich auch das separate, analoge Metronom, welches – wie beim MPD-G – über den Lautstärkeregler gepegelt wird. Das Aufladen erfolgt über ein Klinke/USB-Kabel. Ebenfalls Teil des Lieferumfangs ist ein US-Steckdosenadapter, welcher jedoch für europäische Kunden nutzlos ist. 

Wertige Hardware, aber Abzüge beim Komfort

Im Einsatz sind mir bei Drummer-Kopfhörern eine gute (und inspirierend klingende) Dämpfung des akustischen Drumsounds, ein akzeptabler Tragekomfort sowie ein differenzierbarer Sound wichtig. Die drei Metrophones funktionieren als reiner Gehörschutz gut, allerdings ist die subjektive Dämpfung geringer als die angegebenen -29 dB. Sensible Naturen dürfte das stören, besonders bei längeren und lauten Sessions. Dasselbe gilt für das doch recht substanzielle Gewicht. Die stabile Konstruktion mit höherem Metallanteil fühlt sich deutlich schwerer an als beispielsweise der Vic Firth SIH2. 

Fotostrecke: 4 Bilder Ein Blick auf die Bügelpolsterung.

Der Lautsprecher klingt zunächst weniger modern als man es heute von vielen Hörern gewohnt ist. Anders gesagt: Der Bassanteil ist subjektiv weniger stark präsent. In den Vordergrund rücken daher die Mitten, was den Metrophones als „Genusshörern“ einen etwas anstrengenden Klang verleiht. Am Drumset gefällt mir dieser Charakter jedoch ganz gut, denn er macht Details wie Ghostnotes und Anschläge besser hörbar. Wer es jedoch mag, beim Spielen viel Bass zu hören, wird hier enttäuscht. 

Das eingebaute Metronom beim MPD-G und MPDGP …

… erschien mir zunächst überflüssig in Anbetracht der Tatsache, dass heute jeder eine App verwendet. Allerdings hat die niedrigschwellige Bedienung einen großen Vorteil: Man spielt zum Metronom! Es muss keine App gestartet und kein Kabel verbunden werden, ein Knopfdruck und es klickt. Der Wechsel des eingebauten 9V-Blocks ist allerdings eine fummelige Angelegenheit, für die man sich ein paar Minuten Zeit nehmen sollte. 

Kommen wir nun zum MPDGP Bluetooth-Modell. Es verbindet sich schnell mit meinen Geräten und tut dann, was es soll. Voll geladen hält der Akku laut Hersteller 40 Stunden, während der Testphase musste nicht nachgeladen werden.  

FAZIT

Die Metrophones sind Klassiker auf dem Markt der Drummer-Kopfhörer. Aus dem aktuellen Programm haben wir drei Versionen SK-G, MPD-G und MPDGP gecheckt, welche sich im Test als robuste, Studio-fokussierte Werkzeuge entpuppen. In Sachen Geräuschreduktion könnten die Teile etwas kräftiger zupacken und beim Tragekomfort macht sich das recht hohe Gewicht sehr schnell bemerkbar. Klanglich geht es weniger bassig zu als bei anderen modernen Hörern, die präsenteren Mitten vermitteln jedoch eine gute akustische Kontrolle im Studio. Die Produktion in den USA fordert preislich ihren Tribut, die Metrophones kosten deutlich mehr als die Konkurrenz. Wen das nicht schreckt, findet vielleicht den für sich perfekt passenden Drummer-Kopfhörer. 

Gut verarbeitet, schlanker Sound und recht schwer: Die drei Metrophones sind für unterschiedliche Bedürfnisse geeignet.
Gut verarbeitet, schlanker Sound und recht schwer: Die drei Metrophones sind für unterschiedliche Bedürfnisse geeignet.
Unser Fazit:
3,5 / 5
Pro
  • robuste Verarbeitung mit auswechselbaren Teilen
  • eingebautes Metronom motiviert zum Clicktraining
  • präsente Klangabstimmung für Recording-Situationen
  • problemlose Bluetooth-Anbindung des MPDGB
Contra
  • Gewicht beeinträchtigt den Tragekomfort
  • geringere Außendämpfung als erwartet
  • nicht gerade günstig (speziell MPDGB)
  • aufwendiger Wechsel des 9V-Blocks
Artikelbild
Metrophones SK-G, MPD-G und MPDGP Drummer-Kopfhörer Test 
Für 189,00€ bei
  • Technische Spezifikationen
  • Hersteller: Big Bang Distribution/Metrophones
  • Bezeichnung: SK-G, MPD-G, MPDGP
  • Dämpfung: -29 dB
  • Bauweise: geschlossen
  • Übertragungsbereich: 10 bis 20.000 Hertz
  • Herstellungsland: USA
  • Preise (Verkaufspreise 11/2023)
  • SK-G: 195,00 EUR
  • MPD-G: 249,00 EUR
  • MPDGP: 369,00 EUR

Link zur Herstellerseite: https://bigbangdist.com/brands/metrophones

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