So werden die Klangbeispiele des Mooer GE150 Pro in der Praxis aufgezeichnet
Für die Soundfiles verbinde ich das Pedal zunächst über den Stereo-Output mit meinem Audio-Interface, einem RME Fireface UFX. Um den Klang vor einem echten Amp abzuchecken, wähle ich einerseits den Input meines 73er Fender Bassman Tops, aber auch den Return meines Peavey 5150. Von dort geht es in die Faltung eines 4×12″ Celestion PreRola Greenbacks. Die Gitarren werden jeweils angegeben.
So klingt das Mooer GE150 Pro
Als Erstes höre ich mir die Werkspresets an, um einen groben Ersteindruck zu erhalten. Hier fällt auf, dass die unteren Bänke mit relativ wenig Effekten auskommen und die Modeling-Qualität des GE150 Pro gut veranschaulichen. Das Spielgefühl ist, gemessen an der Preisklasse, überraschend direkt. Im Vergleich mit den Modeling-Platzhirschen merkt man natürlich Einbußen in Dynamik, Transparenz und Durchsetzungsfähigkeit, aber alles in allem kann sich das Ergebnis durchaus hören lassen. In den höheren Bänken wird der Effektanteil größer, aber die Presets bleiben stets in einem sehr anwendungsfreundlichen und praxisbezogenen Rahmen.
Die Amp- und Effektauswahl präsentiert sich üppig
Nun fokussiere ich mich auf die Ampmodelle und erstelle eigene Presets, denen ich lediglich etwas Room-Reverb beimenge. Hier zeigen sich alle ikonischen Verstärkertypen, wobei neben Marshall, Fender und Peavey sogar einige seltener anzutreffende Modelle von Engl, Dr.Z oder Jet City zu finden sind. Die Vorlagen sind zum großen Teil gut getroffen, wobei mich vor allem die Cleans positiv überraschen. Vereinzelte Nachbildungen, vor allem im Mid- bis High-Gain-Sektor, überzeugen mich hingegen nicht ganz. Gerade hier fehlt es doch etwas an Druck und Tiefe in der Auflösung. Mit etwas Einstellarbeit kann man jedoch absolut brauchbare Sounds hervorbringen, die Spielfreude bereiten.
Für weit unter 200 Euro ist das Ergebnis jedenfalls absolut angemessen. Dazu kann das Laden eigener IRs den Ampsound noch einmal deutlich aufwerten. Allerdings zeigt sich bei aufgespielten Faltungen ein deutlicher Anstieg des Pegels, sodass die Lautstärke noch einmal nachgeregelt werden muss. Die dynamische Mikrofonierung im Cab-Block ist eine tolle Dreingabe, die Klangveränderungen durch die virtuellen Mikrofonplatzierungen geraten jedoch eher subtil.
Für dich ausgesucht

Effekte finden sich in einer riesigen Auswahl in preisgerechter Soundqualität. Die Overdrive- und Distortion-Modelle bilden die Vorlagen gut ab und bieten eine flexible Palette. Modulations-, Delay- und Reverb-Block sind ebenfalls breit aufgestellt und bieten tadellose und befriedigende Ergebnisse, wenn man nicht die Effektqualität von High-End-Geräten erwartet. Dass man die Effektkette nicht flexibel anordnen kann, ist sicherlich bedauerlich, aber für ein Einsteigergerät geht das aus meiner Sicht voll in Ordnung. Wer sich in dieser Hinsicht mehr Flexibilität wünscht, hat mit dem GE1000 oder GS1000 zwei Geräte aus gleichem Hause zur Auswahl, die beide diese Option bieten.
Das Mooer GE150 Pro kann auch vor echten Amps geparkt werden
Nun kommt das GE150 Pro vor einem echten Amp zum Einsatz, in diesem Fall vor meinem cleanen Fender Bassman. Im GE150 Pro verwende ich ein Drive Modul, Amp- und Cab-Block sind deaktiviert. Im darauffolgenden Beispiel geht es in den Return meines Peavey 5150, wobei lediglich Power-Amp und Cab-Block des GE150 Pro ausgeschaltet werden. In beiden Szenarien überzeugt mich das Ergebnis deutlich mehr als im DI-Betrieb. Viele Ampmodelle klingen hier wesentlich authentischer und besitzen mehr Punch und Präsenz.
Stephan sagt:
#1 - 31.03.2025 um 22:50 Uhr
Hallo, ich verstehe euer Punktesystem nicht. Als negativen Punkt steht da: "Manche Sounds sind etwas flach". Warum wird hier trotzdem fast die volle Punktzahl gegeben? Es wäre doch besser in Unterkategorien einzuteilen, wie z.B. Preis/Leistung, Sound, Verarbeitung, Umfang usw... Jede dieser Unterkategorien gibt max. 10 Punkte... Die max. Gesamtpunktezahl ist dann die Summe aller Unterkategorien. So kann sich der Nutzer auch einen vernüftigen Eindruck machen und gute Produkte bzw. schlechte Produkte ins Verhältnis setzen. Grüße Stephan
Haiko (Bonedo) sagt:
#1.1 - 01.04.2025 um 10:43 Uhr
Hallo Stephan, ich kann Deinen Punkt verstehen, dennoch muss ich in die Bewertung sowohl die Features ( 4 Footswitches plus Expressionpedal), als auch den sehr niedrigen Preis einfließen lassen. All das steht dann im Vergleich zu anderen Geräten ähnlicher Preiskategorie und daraus resultieren dann die Sterne. Daher würde ich die Sternebewertung immer in Kombination mit dem Fazit betrachten, wo ich mehr Raum habe für die Details und eine bessere Einordnung vornehmen kann.
Antwort auf #1 von Stephan
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenRainer sagt:
#1.1.1 - 01.04.2025 um 13:45 Uhr
Hi Heiko, ich möchte Stephan beipflichten. Die Produktqualität wird nicht deshalb besser … nur weil es weniger kostet. Offensichtlich habe ich Euer Punktesystem missinterpretiert. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass Ihr - wenn Ihr ein Produkt testet - eine Art „Qualitätssiegel“ vergebt. Und dort hat der Preis nun mal (aus meiner Sicht) nichts zu suchen. Ihr solltet dieses Konzept überdenken. Beste Grüße Rainer Qualität hat nun mal seinen Preis und das wird sich wohl auf Dauer auch nicht ändern.
Antwort auf #1.1 von Haiko (Bonedo)
Melden Empfehlen Empfehlung entfernen