Native Instruments bietet mit dem Cremona Quartet Ensemble ein klassisches Streichquartett zum Arrangieren in der DAW. Bei der Library geht nicht so sehr um einzelne Instrumente fürs expressive Solospiel inklusive aller spielerischen Nuancen, sondern um den homogenen Gesamtklang eines kammermusikalischen Ensembles.
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Die italienische Stadt Cremona ist das Mekka für den Geigenbau. Beheimatet sind dort namhafte Instrumentenbauer wie die Familie Amati, Guarneri oder Stradivari. Mit der von e-instruments entwickelten Kollektion holt Native Instruments also ein Stück Kulturgeschichte in die DAW. Da hoffe ich natürlich, dass man den Streicher-Arrangements diese Historie akustisch auch anmerkt – und leicht spielbar dürfen die Presets auch gern sein.
Per NI Access ist die Bibliothek ganz einfach installiert. Ich schaue mir das NKI in Kontakt 8 an und finde das GUI schon jetzt angenehm übersichtlich. So sei schon mal verraten: Lange testen musste ich nicht, um das Cremona Quartet Ensemble positiv zu bewerten.
DETAILS & PRAXIS
Die vier Instrumente von NI Cremona Quartet Ensemble
Zu diesem Quartett gehören natürlich wie bei allen Quartetten vier Instrumente. Das Glanzstück ist die Geige von Stradivari, die „Vesuvius“ aus dem Jahr 1727. Die zweite Geige spielt die 1734 von Guarneri erbaute „Prince Doria“. Als ältestes Instrument dieser Library entpuppt sich die Amati Viola von 1614. Das „Stauffer“-Cello stammt wiederum von Stradivari und legt das Fundament des Ensembles. Auf der Play-Seite sieht man alle vier Instrumente inklusive der jeweils aktuellen Artikulationen. Auf mich wirkt das alles bereits ziemlich professionell, sodass es sicherlich auch akustisch nicht enttäuschen wird.
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Arrangieren mit Auto-Divisi und Artikulationen
Wer Akkorde auf der Tastatur spielt, macht sich über die Verteilung der einzelnen Noten auf die vier Streichinstrumente des NI Cremona Quartet Ensemble weniger Gedanken. Zum Glück erledigt das die Library ganz von selbst: Dynamisch verteilt die Auto Divisi-Funktion bis zu vierstimmige Akkorde auf das virtuelle Quartett.
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Das funktioniert in der Praxis sehr gut – sogar mit dem polyfonen Legato. In keiner Sekunde habe ich den Streichersatz als unausgewogen empfunden. Auf Wunsch lässt sich die Unisono aktivieren, um so melodische Linien eindrucksvoll zu gestalten.
Lebendigkeit definiert sich durch ein variantenreiches Spiel. Für die vier Instrumente stehen 15 Artikulation bereit. Ihr könnt die Artikulationen für alle vier Instrumente in einer Matrix kombinieren und sie spontan per Tastatur wechseln. Idealerweise nutzt ihr dafür ein Controller-Keyboard mit mehr als 61 Tasten.
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Mixer und Settings für das NI Cremona Streichquartett
Das Streichquartett mischt man auf einer separaten Mixer-Seite – und stößt dort schnell an die Grenzen der Library: Regulieren lassen sich lediglich Lautstärke, Mikrofon-Positionierung, Panning und der Hall-Anteil pro Instrument. An die Parameter des Reverbs kommt man überhaupt nicht heran.
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Die Mixer-Presets mit aussagekräftigen Namen wie „Ambient“, „Narrow Violins“ oder „Wide Spread“ sind aber bereits eine große Hilfe. Offensichtlich denkt NI eher an Arrangeure, die sich nicht mit tontechnischen Details aufhalten möchten.
In den Settings stellt man den Bogenwechsel auf temposynchron oder aktiviert den polyfonen Aftertouch für Tonhöhe und Lautstärke.
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So realistisch klingt das NI Cremona Quartet Ensemble
Die Streicher sind mit 14 Presets sofort spielbereit. Die Namen verraten, wohin die Reise musikalisch gehen soll. Sie lauten “All Shorts“, „Two Violins“, „Modern Ensemble“ oder „Subtle Rise“. Übrigens, Native Instruments, eine kleine Hilfe wären MIDI-Demos, die eine kleine Vorschau auf den Einsatz des jeweiligen Presets geben könnten.
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Das Cremona Quartet Ensemble klingt ziemlich deutlich nach akustischen Streichern mit historischem Hintergrund. Wer warme und schwebende Streicher aus dem Synth-Plugin im Ohr hat, wird einen leichten Kulturschock erleiden. Die meisten Presets habe ich ungeniert auf meinem Controller-Keyboard angespielt und sie direkt für die Audio-Demos aufgenommen. Verzichtet habe ich dabei sowohl auf polyfonen Aftertouch für die Dynamik als auch auf ein Vibrato oder einen Artikulationswechsel.
Wer solche authentischen Ensemble-Klänge mag und sie für die Produktion benötigt, kann sich die Library bedenkenlos zulegen und damit lange glücklich sein.
NI Cremona Quartet Ensemble und andere Hersteller
Möchte man sich klanglich etwas anders positionieren, gibt es weitere gute Bibliotheken für Streichquartette zu einem ähnlichen Preis. Zumindest diese drei Produkte sollte man sich einmal genauer ansehen: Die Spitfire Audio Chamber Strings bieten einen wärmeren Klang und kommen für größere Ensembles in Frage. Relativ neu sind die EastWest Hollywood Strings 2, die im Bonedo-Test gut abschneiden. Eine dritte Möglichkeit stellen die VSL Studio Chamber Strings dar.
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Alternativen von e-instruments
Natürlich hat auch e-instruments selbst noch mehr für Arrangeure zu bieten. Wer die Soloinstrumente in all ihren klanglichen Facetten haben möchte, bekommt sie beim „Cremona Quartet Solo“ oder dem „Cremona Quartet Bundle“ für 499 Euro.
Davon ist allerdings das hier vorgestellte Cremona Quartet Ensemble mit 299 Euro noch die preiswerteste Lösung. Wünscht man sich akkordische Unterstützung beim Arrangieren moderner Streicher, passt Session Strings Pro 2 von e-instruments zum gleichen Preis besser als das Cremona Quartet Ensemble.
FAZIT
Das NI Cremona Quartet Ensemble ist für viele Genres nützlich – Klassik, Filmmusik oder auch Pop. Am meisten profitieren aber Musiker und Producer, die sehr versiert am Keyboard sind und ohne Umwege natürliche Streicher-Arrangements einspielen möchten. Die Auto Divisi-Funktion arbeitet zwar smart, das Arrangieren sollte man aber trotzdem beherrschen.
Ein wichtiger Punkt ist die Ästhetik: Das historische Quartett klingt sehr ehrlich und ist nichts für Schönfärberei. Leider sind die Möglichkeiten, die Instrumente und den Mix klanglich selbst zu gestalten, limitiert. Das ist für mich der einzige ernsthafte Kritikpunkt, der mich von einer 5-Sterne-Berwertung abhält.
Alles in allem bietet das NI Cremona Quartet Ensemble hochwertige akustische Streicher für relativ Geld.
- Authentischer Streicherklang
- Quartett einfach spielbar per Auto Divisi
- Artikulativ mit natürlichem Vibrato
- Guter Preis
- Mixer und Reverb eingeschränkt
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Features
- Native Instruments Cremona Quartet Ensemble
- Sample Library als Komplete-Instrument (1 NKI)
- 17,89 GB Download
- Streichquartett aus Violine 1 und 2, Viola und Cello
- 15 Artikulationen, 4 x 32 Slots
- Auto-Divisi, gespieltes Vibrato, Poly AT
- Mixer-Seite inklusive Reverb
- Ab Windows 10, Mac OS 13 (M1 Support), Online-Aktivierung, VST2, VST3, AU, AAX, Standalone.
- WEBSITE: native-instruments.com/de/products/komplete/cinematic/cremona-quartet/
- PREIS: 299 Euro (Straßenpreis vom 28.02.2025)