Sabian HHX, AAX Rocktagon und HH Cymbals News 2023 Test

Im Jahr 2022 ist Sabian 40 Jahre alt geworden. Der – vergleichsweise junge – kanadische Beckenhersteller hat nicht nur als einer der ersten damit begonnen, Signature-Modelle seiner bekanntesten Endorser auf den Markt zu bringen, auch bezüglich neuer Ideen war die Firma Vorreiter. Anlässlich des 40-jährigen Firmenjubiläums 2022 hat man sich daher entschieden, diese Elemente bei den hier heute vorliegenden Modellen, die wir jetzt gesammelt zum Test bekommen haben, besonders zu betonen. 

Sollen die 40-jährige Sabian-Geschichte würdig repräsentieren: die HHX, HH und AAX Neuheiten.
Sollen die 40-jährige Sabian-Geschichte würdig repräsentieren: die HHX, HH und AAX Neuheiten.

Sabian HHX, HH und AAX Neuheiten – Das Wichtigste in Kürze

  • Achteckiges AAX Rocktagon
  • Alle Becken aus B20-Bronze
  • Artisan Raw Bell Dry Ride 40th Anniversary mit Tasche und Zertifikat
  • Hergestellt in Kanada

Darunter findet sich das skurrile, achteckige Rocktagon, welches zu Sabian’s ersten Innovationen zählte. Außerdem hat uns der Sabian-Vertrieb das neue HH Sessions Ride von Todd Sucherman, neue HHX Complex Aero Crashes und Big Cup Hi-Hats sowie ein HHX Tempest Cymbal zum Test geschickt. Die Edelserie Artisan wurde um das 22“ Raw Bell Ride 40th Anniversary ergänzt. Ob sich diese neuen Instrumente des runden Geburtstags würdig erweisen, lest ihr auf den folgenden Zeilen oder ihr erfahrt es im folgenden Video:  

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AAX Rocktagon 18“

Das Rocktagon – der Name ist abgeleitet aus den Begriffen Rock und Octagon (Achteck) – war im Jahre 1984 die erste Innovation, mit der sich Sabian deutlich von den damaligen Traditionsherstellern Paiste und Zildjian abheben wollte. Damals gehörte das Becken zur AA-Serie, unser Testkandidat ist jedoch der AAX-Reihe zugeordnet. Es besteht – wie alle Modelle dieses Tests – aus B20-Bronze, ist fein abgedreht und kaum sichtbar maschinell gehämmert. Vom Urmodell hebt es sich zudem durch die große, beidseitig unbearbeitete Kuppe ab. Mit 1440 Gramm ist es mittelleicht.

HHX Complex Aero Crashes und HHX Complex Big Cup Hats

Kommen wir nun zu den HHX-Neuheiten. Sowohl die Aero Crashes in 16“ und 20“ als auch die Big Cup Hats sind in der Complex-Unterserie angesiedelt, zeichnen sich also durch eine besonders intensive, kleinteilige Hämmerung per Hand aus, welche sich bei allen Modellen auch auf die Kuppen erstreckt. Die Aero Crashes weisen eine sternförmige Perforierung auf, welche ihnen einen buchstäblich „luftigen“ Klang verleihen soll. In Sachen Gewicht geht es entsprechend leicht zu, 890 und 1600 Gramm zeigt die Waage. Auch bei den 15“ Big Cup Hats ist der Name offensichtlich Programm, denn die Kuppen fallen tatsächlich ungewöhnlich groß aus. Hier liegen 1090 beim Top und 1450 Gramm beim Bottom an. 

Fotostrecke: 5 Bilder Sternförmig angeordnete Bohrungen …

HH Sessions, HHX Tempest, 40th Anniv. Raw Bell – drei neue Ridebecken

Durchweg gehoben geht es auch bei den drei Ridebecken-Neuheiten zu. Beim Sabian HH Sessions Ride 22“ handelt es sich um das Signature-Modell des Styx-Drummers Todd Sucherman, der auf der Suche nach einem besonders wandlungsfähigen Instrument war. Herausgekommen ist ein auf Hochglanz poliertes Becken mit kleinteiliger Hämmerung und dem typischen, recht breiten Abdrehmuster klassischer HH Rides. Die Kuppe ist ebenfalls recht groß, unbearbeitet, aber poliert. Das Gewicht liegt bei durchaus kräftigen 3130 Gramm. 

Ganz anders präsentiert sich das Vault Drop HHX Tempest R… Moment, da steht gar nicht Ride drauf. Sabian bezeichnet es vielmehr als „Multi Application Cymbal“. Man darf also alles damit machen. Vault Drop heißt, dass dem Sabian-Entwicklungsteam der Prototyp so gut gefallen hat, dass man eine limitierte Serie daraus gemacht hat. Das Becken hat eine sehr kleine Kuppe, ist vollflächig fein abgedreht und beidseitig ausschließlich mit den großen, länglichen HHX-Hammermalen versehen. Beim Gewicht geht es mit 2100 Gramm deutlich leichter zu als beim Sessions Ride. 

Fotostrecke: 5 Bilder Geeignet für Sessions aller Art: das HH Sessions Ride 22“…

Da sattelt das Artisan 40th Anniversary Raw Bell Ride 22“ sowohl gewichts- als auch preismäßig ordentlich drauf. Hat man das edle Stück aus seinem Nylonfutteral befreit und das Echtheitszertifikat beiseite gelegt, zeigt die Waage hier satte 3445 Gramm an. Das Becken erinnert vom Konzept her stark an das erfolgreiche HH Raw Bell Dry Ride 21“ „RBDR“, ist intensiv mit kleinen Hämmern bearbeitet und verfügt über eine große, roh belassene Kuppe. Alle sieben Testinstrumente weisen eine perfekte Verarbeitung auf. 

Das AAX Rocktagon klingt erstaunlich „normal“

Wer erwartet hat, dass die Form des Rocktagon auch zu einem spektakulär anderen Klang führt, wird diesbezüglich enttäuscht. Das Becken präsentiert sich als eine Art kontrolliertes, leicht höhenreduziertes und schnell ansprechendes Crash, welches sich sogar als leichtes Ride verwenden lässt. Die Kuppe klingt zurückhaltend, gleichzeitig aber klar genug für charakteristische Akzente. Mir gefällt außerdem das spezielle Spielgefühl, auf eine gerade Kante zu schlagen. 

Schnell, sehr schnell sprechen auch die beiden Aero Crashes an. Sie erzeugen einen fauchig-tonlosen Klangteppich, jegliche tonale Anteile fehlen hier. Gleichzeitig gestaltet sich ihr Rauschen aufgrund der intensiven Hämmerungsmuster sehr komplex, ihr Ausklang erfolgt zügig. Wem die HHX Ozone Becken etwas zu laut und „crash-artig“ sind, findet hier interessante Alternativen. Als Ride eignen sich diese Becken allerdings kaum, dazu besitzen sie zu wenig tonale Substanz und Definition. 

Ein bunter Strauß Blech: die versammelten Testexemplare.
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AAX Rocktagon 18“ HHX Complex Aero Crash 16“ HHX Complex Aero Crash 20“

Eher trocken und leicht kehlig präsentieren sich die HHX Big Cup Hats

Hi-Hats mit extra großen Kuppen gab es bisher noch kaum am Markt, ihr Anteil am Sound lässt sich hier also besonders gut studieren. Sie addieren eine leicht kehlige, retromäßige Mittigkeit, die den Becken eine gute Präsenz verschafft, obwohl ihr Grundton eher dunkel ist. Gleichzeitig lassen sie die HHX-typischen, schimmernden Obertöne hören, welche viele der modernen Sabian-Becken auszeichnen. Auch in Sachen Ansprache und Dynamik machen die Big Cup Hats wirklich Spaß.

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HHX Complex Big Cup Hats 15“

Die Rides decken eine breite Klangpalette ab

Bei den drei Ridebecken decken sich die Erwartungen bezüglich Form und Gewicht mit den Klangergebnissen. So liefert das leichte Tempest im „Ride-Modus“ einen dunklen, schimmernden und rauschigen Sound, der sich sehr schnell abrufen lässt und mich ein ganz bisschen an die älteren HHX Manhattan Jazz Rides erinnert, jedoch mit deutlich mehr Modulation. Die kleine Kuppe ist entsprechend sehr integriert, fokussierte Akzente lassen sich damit nicht wirklich herausarbeiten. 

Ganz anders präsentiert sich das Sessions Ride. Hier geht es sehr klar, fokussiert und wesentlich lauter zu, der Ping-Anteil ist sehr präsent. Dasselbe gilt für die Kuppe, welche zwar eher dunkel, aber eben auch brillant und laut ertönt. Wer in lauteren Kontexten ein durchsetzungsfähiges, aber nicht „Amboss-mäßig“ klingendes Ride sucht, wird hier fündig. Als Crash ist es aufgrund des Gewichts nur sehr eingeschränkt geeignet. 

Das Sabian HH Sessions Ride.

Das gilt auch für das noble Artisan 40th Anniversary Ride. Verglichen mit dem Sessions Ride klingt es kontrollierter, ist tonal perfekt abgestimmt und sehr definiert, ohne jedoch trocken zu wirken. Wer zwar ein schwereres Ridebecken spielen möchte, aber weder auf glasigen Ping noch auf ein langes Sustain steht, ist hier richtig. Auch die Kuppe klingt wirklich toll, eher trocken und sehr musikalisch. Ein Edelbecken für Sammler und Drummer, denen die moderne, trashig-komplexe Modulation nicht so zusagt.  

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HHX Tempest 22“ HH Sessions Ride 22“ Artisan Raw Bell Ride 22“ 40th Anniversary

FAZIT

Rund um seinen 40sten Geburtstag hat der kanadische Beckenhersteller Sabian etliche Neuheiten auf den Markt gebracht. Das kuriose, achteckige AAX Rocktagon 18“ ist eine Reminiszenz an das erste Rocktagon aus dem Jahr 1984 und klingt im Test erstaunlich rund und vielseitig. Bei den beiden HHX Complex Aero Crashes dominiert ein fauchender, tonloser Klang, der insbesondere Fans moderner, trashiger Sounds ansprechen dürfte. Einerseits schimmernd und modern, gleichzeitig aber mittig mit Vintage-Einschlag präsentieren sich die 15“ HHX Complex Big Cup Hats, welche als Allrounder mit ungewöhnlichem Charakter eingestuft werden können.

Freunde dunkler, komplexer Rides mit softem Anschlag und toller Crashbarkeit dürften beim HHX Tempest auf ihre Kosten kommen. In eine deutlich lautere, präsentere Richtung geht es mit dem brillant klingenden HH Sessions Ride. Wer sich immer gefragt hat, warum nur Jazzer mit Edel-Rides bedacht werden, findet im Artisan Raw Bell Ride 40th Anniversary eine Antwort. Es bietet einen klaren, sehr edlen und perfekt ausbalancierten Sound für lautere Stile…und sehr große Geldbeutel.  

Von edel bis kurios: Die sieben neuen Sabian-Becken im Gruppenfoto.
Von edel bis kurios: Die sieben neuen Sabian-Becken im Gruppenfoto.
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • interessante Konzepte bei AAX Rocktagon und Big Cup Hats
  • sehr gute Verarbeitung aller Modelle
  • perfekte Abstimmung beim Artisan Raw Bell Ride
Contra
  • stolze Preise
Artikelbild
Sabian HHX, AAX Rocktagon und HH Cymbals News 2023 Test
Für 359,00€ bei
  • Hersteller: Sabian
  • Bezeichnung: HHX, HHX Complex, HH, AAX, Artisan
  • Material: B20-Bronze
  • Herstellungsland: Kanada
  • Gewichtskategorie: medium bis thin
  • Preise (Verkaufspreise 10/2023)
  • AAX Rocktagon 18“: 385,00 EUR
  • HHX Complex Aero Crash 16“: 399,00 EUR
  • HHX Complex Aero Crash 20“: 519,00 EUR
  • HHX Complex Big Cup Hats 15“: 679,00 EUR
  • HH Sessions Ride 22“: 679,00 EUR
  • HHX Tempest 22“: 629,00 EUR
  • Artisan Raw Bell Ride 40th Anniversary 22“: 899,00 EUR

Herstellerseite: https://sabian.com

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Knecht ruprecht sagt:

#1 - 12.01.2024 um 18:58 Uhr

0

Schöne Klänge und Becken,aber leider zu teuer.schade. Wenn zb. zultan sich der acht Ecken widmen,werden sie günstiger und klanglich wahrscheinlich genauso gut ausfallen.also lieber abwarten.

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