Praxis
Die Handhabung ist denkbar einfach
Im Einsatz macht das Superlux S502 direkt Spaß. Wer – wie der Autor dieser Zeilen – die ORTF-Ausrichtung gerne benutzt, kennt die Widrigkeiten, die diese Mikrofonierungstechnik begleiten können. Beispielsweise kommen sich nahezu alle konventionellen Stäbchen-Mikrofone in die Quere, weshalb man die Kapseln leicht versetzt positionieren muss. Sind sie zudem mit Spinnen oder ungünstig geformten Halterungen ausgestattet, wird es noch schwieriger. Zwei Mikrofone plus Halter und Stereoschiene erfordern zudem in vielen Situationen – zum Beispiel als Overhead oder für die Chor-Abnahme – stabile Mikrofonstative. All diese Sorgen hat der S502-User nicht. Im Tausch gegen Flexibilität bekommt er eine erstaunlich bequeme, optisch zurückhaltende Komplettlösung. Hinhängen, Abstände bestimmen, fertig. Dass statt langer Kabel nur eine kurze Adapterpeitsche dabei ist, finde ich begrüßenswert, denn das verringert die Gefahr einer Beschädigung und vermeidet so einen möglicherweise nötigen Nachkauf. Außerdem benötigt jeder Anwender sowieso unterschiedlich lange Kabel. Ich habe das S502 mit zwei Schallquellen getestet, als Overhead-Mikrofon über einem Drumset und mit einer Dreadnought-Gitarre.
Über dem Schlagzeug überrascht das S502 mit transparentem Sound
„You get what you pay for“ lautet ein oft gehörter Spruch, wenn es um Mikrofone geht. Meistens stimmt er, was allerdings nicht heißen muss, dass ein billiges Mikrofon nicht hervorragend klingen kann, wenn es an der richtigen Quelle steht. In Anbetracht von knapp 130 Euro Straßenpreis habe ich meine Erwartungen trotzdem entsprechend angepasst. Ein kleines Yamaha-Recording-Standard-Drumset mit einer 18×14-Bassdrum, 10, 12 und 14 Zoll großen Toms sowie einer passenden Stahl-Snaredrum in 14×5,5 Zoll fungiert als Schallquelle. Beim Abhören bin ich durchaus erstaunt. Die unscheinbare Metallskulptur über dem Kit überträgt ein erstaunlich volles und transparentes Klangbild. Die befürchtete „China-Schärfe“, also künstlich überzeichnete Höhen, glänzt durch Abwesenheit, die Hi-Hat gibt sich angenehm natürlich, die Anschläge der Sticks auf den Fellen klingen klar und offen. Die Oktava-MK-012-Vergleichsmikrofone müssen sich ordentlich anstrengen, bilden dann aber insbesondere die Bässe und Tiefmitten noch etwas plastischer ab und meistern die Tiefenstaffelung besser. Ich habe euch jeweils zwei Grooves aufgenommen, einer davon betont die drei Toms stärker, der andere die Hi-Hat.
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Gefälligen Sound gibt es auch an der akustischen Gitarre
Was für das Drumkit gilt, setzt sich an der Baton-Rouge-Dreadnought-Gitarre fort. Im Vergleich mit den Referenz-Oktavas übertragen die Superlux den Sound etwas weniger dreidimensional, insgesamt aber griffig und klar. Bei den Bässen ist wiederum etwas Zurückhaltung angesagt, der ausgeprägt Tiefmitten-betonende Charakter der Test-Gitarre wird durch das S502 deutlich „verschlankt“ abgebildet, was in diesem Fall dem Gesamt-Sound aber sogar zugute kommt. Das Oktava-Pärchen liefert allerdings auch hier ein natürlicheres Abbild . Was bei Schlagzeugaufnahmen weniger ins Gewicht fällt, sich bei leiseren Quellen allerdings deutlich bemerkbar macht, ist das stärkere Rauschen des S502. Ich habe euch beide Mikros aufgenommen, der Kollege Michael Krummheuer hat jeweils eine Picking- und eine Strumming-Version eingespielt.
Bob Robert sagt:
#1 - 04.05.2017 um 19:13 Uhr
It is very noisy and this gets in the way when I record quieter sources. I bought this inexpensive stereo set second hand for 40 Euro, so I am not saddened by it's weakness. I will stick to my Gefell UMT 70S on the body and my old trusty Audio Technica AT 4051b on the twelfth fret for my wide stereo recording or the UMT 70S in Figure 8 and the Gefell m930 for my mid/side needs. I guess I will have to wait till I can afford the Schoeps if I wish to utilize the ORTF.
Nick (Redaktion Recording) sagt:
#1.1 - 04.05.2017 um 20:53 Uhr
Hi Bob,good to hear you share our results. And with those Gefells and the AT you have some pretty classy microphones there. You could try out a second 4051b for ORTF (review: https://www.bonedo.de/artik..., quite sure you will be satisfied with the results. But the Schoeps MSTC 64 U is probably THE mic for ORTF, you`re right there. Worth saving a little more… :-)Best Regards,
Nick Mavridis (editor/recording)
Antwort auf #1 von Bob Robert
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenAchim Koester sagt:
#2 - 03.05.2023 um 23:19 Uhr
Superlux S520 Die Tatsache, dass die ORTF Einstellung vorgegeben ist, würde ich eher positiv beurteilen, es erspart viel Arbeit mit der richtigen Ausrichtung und vermeidet Fehler. Generell kann ich Ihrem Test voll zustimmen, wäre toll, wenn bald auch ein Test des Nachfolgemodells MKII hier zu lesen wäre. Mit freundlichen Grüßen Achim
Achim Koester sagt:
#3 - 19.05.2023 um 15:12 Uhr
Ich habe mir das Nachfolgemodell MKII gekauft, das noch bessere Werte aufweist. Auch das Rauschen ist sehr gering. Bei dem Anschlusskabel muss man rechten und linken Kanal durch Ausprobieren herausfinden. Denn es gibt keine Info in den Dokumenten. Aber rot ist der rechte Kanal. Ansonsten bin ich total zufrieden, es kommt zwar nicht an das Schoeps heran, aber das kostet ja auch mehr als das Zwanzigfache.
Heinz Nachbaur jun. sagt:
#4 - 11.11.2023 um 05:19 Uhr
Habe das Superlux s502 für eine Aufnahme mit klassischer Gitarrenmusik solo ausprobiert und gekauft. Ich war auf das Ergebnis sehr gespannt, da ja das Mikrofon sehr gelobt wird und außerordentlich günstig ist. Der Abstand zu meiner Konzertgitarre betrug ca. 50 cm. Es resultierte ein sehr klarer Sound, welcher mich sehr überraschte. Durch etwas Absenkung der Höhen war für mich der Klang perfekt. Es ist mir schon klar, dass das fast gleich aussehende Schöps Stereomikrofon auf Grund des 20 fachen Preises noch besser sein muss! So kann ich mir aber selber sehr ansprechende CD Aufnahmen machen und leiste mir noch dazu einen Urlaub.