Teenage Engineering OP XY: Workflow
So viele Features in einem kleinen Gerät? Da kommt man wohl nicht um Sub-Menüs herum. Vor denen sprießt der OP-XY nahezu. User des OP-1 Field sind hier klar im Vorteil, um den eigenständigen Workflow des OP-XY nachzuvollziehen. Gerade wenn man glaubt, den Sequencer verstanden zu haben, kommt noch ein ungeahntes Zusatz-Feature zum Vorschein. Die Zeit, die es beim OP-XY braucht, bis man ihn wirklich durchdrungen hat, lohnt sich jedoch ungemein. Denn irgendwann funktioniert jedes Sub-Menü in sich dann doch wieder wie das andere und plötzlich macht alles Sinn. Ich persönlich bin Fan von größeren Geräten und mehr Knöpfen, aber komme auf dem OP-XY dann doch besser zurecht als auf so manch anderem Mini-Synth.
Wie klingt der Teenage Engineering OP XY? Die verschiedenen Engines
Das Auge hört scheinbar mit: Die Sounds des OP-XY passen für mich auffällig gut zu Optik und Größe. Sie klingen oft etwas dark, sehr präzise, minimalistisch und kompakt. Aber je nach Engine kommen in Kombination mit den Effekten auch mächtigere Sounds zum Vorschein.
Für mich ist die übersichtliche WAVETABLE-Engine ein guter Start. Mit den Parametern Position und Warp lassen sich von Sinus bis Rechteck diverse Wellenform-Eigenkreationen erschaffen, die dann mittels Drift-Funktion zum Leben erweckt werden.
Bei der SIMPLE-Engine wird es schon etwas abstrakter und statt einer Wellenform taucht eine unterhaltsame Grafik auf dem Display auf, was sich bei den anderen Engines so fortsetzen wird. Die Simple-Engine ist ziemlich ausdrucksstark und gut für markante Plucks und Lead-Sounds.
Die PRISM-Engine ist auf monophone Sounds wie Bässe und Leads spezialisiert und macht mit nur vier editierbaren Parametern erstaunlich viel möglich. Auch das Low End des OP-XY kann sich hören lassen, dank Filter und Saturation lässt sich den Sounds gut Leben einhauchen. Mit AXIS ist auch ein FM-Synth mit an Bord, der die gern mal komplex anmutende FM-Synthese erfolgreich auf wenige Parameter reduziert und tolle Bell-, Pad- und String-Sounds hervorbringt.
Für dich ausgesucht
Der Drum Sampler beherbergt von Haus aus eine ausgewogene Mischung aus akustischen, elektronischen Drums sowie spannenden Foley Sounds. Damit eignet er sich für diverse Pop- und Elektronik-Genres, aber könnte besonders in IDM und Hip Hop eine sehr gute Figur machen. Dank der Punch In-Effekte sind im Handumdrehen interessante und lebendige Loops im Kasten.
Die vier Drawbars der ORGEL-Engine repräsentieren zwar nicht wirklich Drawbars, sondern eher Zugriegel-Presets und einen Vibrato-Effekt, klingen aber für eine Synth-Orgel erstaunlich realistisch und vielseitig.
Die E-PIANO Engine bewegt sich irgendwo zwischen Rhodes, Wurlitzer und Synth Piano und hat eine Art Transient Designer verbaut, mit dem sehr punchige Sounds möglich sind.
Der Sequencer in der Praxis
Der Sequencer mag mit seinen vielen Optionen zunächst überfordernd wirken, entpuppt sich aber nach kurzer Zeit als allmächtige Kreativ-Maschine. Ich habe in Ableton schon oft stundenlang mit Dingen verbracht, die im OP-XY binnen Sekunden programmiert sind. Die vielen intuitiven Features wie Step Components, Track Scaling und Punch In Effekte machen den Workflow mit dem Synth sehr performativ und intuitiv. Man hört schnell auf, zu denken, stattdessen kommt man ins Spiel. Das ist genau das, was ich mir von Geräten wie dem OP-XY wünsche. Durch die vielseitigen Nudge-, Quantisierungs- und Swing-Einstellungen ist man nicht so stark von der Grid abhängig wie bei vielen anderen Sequencern.
Zunächst unscheinbar in den Aux Tracks versteckt, überrascht außerdem der Tape Looper. Hier wird der aktuelle Loop als Audio-Datei dargestellt. Man kann dann beliebige Spots des Loops einzeln antriggern und zur Original-Sequenz hinzufügen.
Stephan sagt:
#1 - 28.02.2025 um 11:37 Uhr
Äh, da ist leider wohl das falsche Produkt bei Thomann verlinkt. 299,00 Euro wären ein schöner Preis...