Zildjian Alchem-E Perfect Tune Headphones Test 

Wer Zildjian liest, denkt an Becken und eine jahrhundertealte Handwerkstradition. Dass das allerdings schon länger nicht mehr das einzige Standbein des amerikanischen Unternehmens ist, zeigen verschiedene Ausflüge in andere Bereiche. Neben Merchandise und einer sehr edlen (und teuren) Snaredrum anlässlich des 400-jährigen Jubiläums ist das die nagelneue Alchem-E Elektroniksparte. Dazu gehören drei E-Sets der High-End-Klasse und unser heutiges Testobjekt, der Zildjian Alchem-E Perfect Tune Kopfhörer. Drummer-Kopfhörer, möchte man eigentlich sagen, aber damit wird man dem Teil – laut Zildjian – nicht gerecht. Was der Over-Ear-Hörer kann, ergründen wir jetzt.

Drummer-Kopfhörer und Lifestyle-Produkt in einem: der neue Zildjian Alchem-E Perfect Tune Kopfhörer.
Drummer-Kopfhörer und Lifestyle-Produkt in einem: der neue Zildjian Alchem-E Perfect Tune Kopfhörer.

Zildjian Alchem-E Perfect Tune Headphones – Das Wichtigste in Kürze

  • Zweistufige Noise-Canceling-Technologie
  • App ermöglicht individuelle Anpassungen an das Gehör
  • Per Bluetooth oder Audiokabel verbindbar
  • Hergestellt in China

Nein, ein Drummer-Kopfhörer möchte der Alchem-E tatsächlich nicht sein, zumindest nicht ausschließlich. Das zeigt nicht nur die in Gold- und Blautönen gestaltete, edel gemachte Verpackung. Auch im Inneren geht es in die Lifestyle-Richtung. Der Hörer steckt in einer Art Gummitasche, welche außerdem eine kleine Kabelrolle mit einem 1,8 Meter langen Audiokabel und Miniklinken aufnimmt. Integriert ist auch ein separater 6,3mm-Klinkenadapter. Sehr schön. Kommen wir nun zum Hörer selbst. 

Es gibt ihn in drei Farben, unsere heißt Midnight. Mit etwa 350 Gramm wiegt er etwa so viel wie mein Beyerdynamic DT770, seine Ohrmuscheln sind allerdings deutlich kleiner. Sowohl das gut gepolsterte Kopfband als auch die Ohrpolster sind austauschbar. Im Inneren werkeln dynamische 40-Millimeter-Treiber mit einem angegebenen Frequenzbereich von 8 bis 40.000 Hertz. Ein Blickfang ist der goldene Push-Encoder auf der rechten Gehäuseseite. Hier wird die Lautstärke geregelt, Telefonate angenommen und Musik gesteuert.

Fotostrecke: 6 Bilder In drei Farben ist der Zildjian Alchem-E Kopfhörer erhältlich.

Der Perfect Tune Hörer kann auch mit Bluetooth gekoppelt werden

Der Clou des Alchem-E Perfect Tune ist jedoch die Bluetooth-Anbindung und die damit verbundenen Funktionen. So lässt sich mit der Zildjian Alchem-E App eine Art Hörtest machen, anschließend schneidert die Software ein individuelles Klangprofil. Es ist hier außerdem möglich, Klangprofile für unterschiedliche Stilistiken zu aktivieren, zum Beispiel Jazz oder Rock. Auch ein Custom-Profil ist erstellbar, so kann der Frequenzgang an persönliche Vorlieben angepasst werden. Per USB-C Kabel (im Lieferumfang) wird der Kopfhörer geladen und kann dann bis zu 45 Stunden arbeiten. Abgerundet wird die Ausstattung mit einem zweistufigen Noise Canceling, wovon eine Stufe als „Playalong-Mode“ betitelt ist und mit einer nur 50-prozentigen Auslöschung speziell für das Mitspielen von Songs am Drumset ausgelegt ist. Gesteuert wird das Feature in der App oder direkt an der rechten Gehäuseseite, hier sitzt auch der An/Aus-Schalter. Das Audiokabel wird am Bügelende des linken Hörers angeschlossen. Auch ein Mikrofon ist hier verbaut.

So klingt der Zildjian Alchem-E Perfect Tune Kopfhörer

Wie so oft bei Geräten mit Bluetooth, benötigt auch der Alchem-E zuweilen etwas Geduld. Nach dem Herunterladen der App möchte diese zunächst keinen Kopfhörer finden, anschließend wiederholt sich das mit meinem iPhone 11. Irgendwann funktioniert alles, der „Perfect Tune“-Prozess kann nun gestartet werden. Er entspricht vom Ablauf – und in meinem Fall auch vom Ergebnis her – jenem bei HNO-Ärzten. Pieptöne unterschiedlicher Frequenzen werden langsam lauter, durch Drücken einer Taste in der App erkennt das Gerät Eigenheiten am Gehör des Nutzers, in meinem Fall die Drummer-typische Senke im Präsenzbereich. Anschließend bietet die App einen korrigierten Frequenzgang an. Der liefert dort mehr Lautstärke und addiert gleichzeitig noch ordentlich Bass. Da dieser schon im Naturzustand des Hörers stark betont wird, verzichte ich erst einmal auf die „Korrektur“. Etwas nervig: Nach der Installation eines Updates muss der Hörtest noch einmal wiederholt werden. 

Der normale Klang des Hörers ist transparent und detailliert und dürfte besonders auf jüngere Musikkonsumenten einen beeindruckenderen Effekt haben als mein DT770. Wer etwas genauer hinhört, erkennt, dass der Alchem-E mit kleinen psychoakustischen Tricks arbeitet. Neben den deutlich überbetonten Bässen wirken auch die oberen Mitten und der Air-Bereich etwas angehoben. All das sorgt für ordentlichen Hörspaß. Die verschiedenen Profile greifen teils drastisch in die Frequenzverläufe ein, wer stilistisch gemischte Playlisten hört, sollte eher bei „flat“ bleiben. 

Kompakter als die meisten Drummer-Kopfhörer: der Zildjian Alchem-E Perfect Tune.
Kompakter als die meisten Drummer-Kopfhörer: der Zildjian Alchem-E Perfect Tune.

Wie verhält sich der Kopfhörer am Schlagzeug?

Nun geht es ans Drumset. Hier interessieren mich natürlich auch die Gehörschutzfähigkeiten und das, was das Noise Canceling vom Schlagzeug übrig lässt. Als reiner Gehörschutz liefert der Hörer den typischen, mittig-komprimierten Sound, welcher durchaus inspirierend sein kann. Aktiviert man jedoch das Noise Canceling, werden in der zweiten Stufe große Teile des Bass-Signals entzogen, was jedoch für das analytische Üben vorteilhaft ist. Als Recording-Kopfhörer macht der Alchem-E ebenfalls eine gute Figur, hier sollte man bei aktiviertem Noise Canceling keinen besonders natürlichen Sound erwarten, das System erzeugt manchmal seltsame Phasenverschiebungen. Ohne gefällt mir das Ergebnis aber durchaus gut. Als eher mäßig ist die Qualität des verbauten Mikros einzustufen. Wer also häufig spielt oder telefoniert, sollte sich nach Alternativen umsehen. 

Der Tragekomfort ist gut, Menschen mit sehr großen Ohren könnten jedoch Einbußen beim Langzeitkomfort verspüren. Mir selbst gefallen Hörer mit größeren Polstern noch etwas besser, weil sich der Druck auf eine größere Fläche verteilt. Aber das ist sicherlich auch Geschmacksache, insgesamt lässt es sich mit dem Zildjian gut aushalten. 

FAZIT

Zildjian bietet mit dem neuen Alchem-E Perfect Tune Kopfhörer eine gelungene Kombination aus Drummer- und Lifestyle-Hörer mit fettem, bassbetontem Klang. Die Bluetooth-Anbindung klappt nach Installation des Updates gut. Ob die Individualisierungs- und EQ-Profile der App lebensnotwendig sind, muss jeder selbst entscheiden, eine interessante Spielerei sind sie allemal. In Sachen Tragekomfort gehört der Kopfhörer zu den bequemen Produkten, positiv sind auch die austauschbaren Polsterelemente. Insgesamt kann das Teil vieles ziemlich gut, sofern ihr keinen Referenzhörer oder ein kristallklar klingendes Mikrofon erwartet.

Druckvoller Sound, gute App, schickes Aussehen: Der Zildjian Alchem-E richtet sich an trommelnde Musikfans.
Druckvoller Sound, gute App, schickes Aussehen: Der Zildjian Alchem-E richtet sich an trommelnde Musikfans.
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • kräftiger Sound
  • guter Tragekomfort
  • gute App mit interessanten Funktionen wie Perfect Tune und EQ-Profilen
  • vielseitig einsetzbar
Contra
  • nicht ganz billig
  • mäßiges Mikrofon
Artikelbild
Zildjian Alchem-E Perfect Tune Headphones Test 
Für 398,00€ bei
  • Hersteller: Zildjian
  • Bezeichnung: Alchem-E Perfect Tune Over Ear Headphones
  • Besonderheiten: zweistufiges Noise Canceling
  • App: Hörtest zur Frequenzgang-Individualisierung, unterschiedliche Profile
  • Lieferumfang: Transport-Case
  • 1,8 Meter Kabel mit Miniklinke und 6,3mm-Klinkenadapter
  • 0,9 Meter Ladekabel mit USB-C Stecker
  • Herstellungsland: China
  • Preis (Verkaufspreis November 2024): 398,00 Euro

Herstellerseite: https://zildjian.com

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